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Verlage im Corona-Jahr : Uns geht’s ja doch gold, oder?

War’s das jetzt mit der Corona-Delle im Buchhandel? Abgerechnet wird jedenfalls erst nach Weihnachten. Bild: dpa

Auf den Corona-Frühling folgt ein Weihnachten mitten im Sommer: So ein Jahr hatte der Buchhandel noch nie. Welche Bilanz ziehen die Verlage aus der Krise?

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          An schlechten Nachrichten aus dem Literaturbetrieb herrschte in den vergangenen Jahren kein Mangel. Nicht nur die sechs Millionen Buchkäufer, die sich einer Untersuchung des Börsenvereins zufolge innerhalb kurzer Zeit anderen Interessen zuwandten, oder die Leseschwächen bei den Jüngsten, die eigentlich einmal die Buchkäufer von morgen sein sollten, die ganz oder größtenteils ausgefallenen Buchmessen dieses Jahres in Leipzig und Frankfurt, von der Lit.Cologne nicht zu reden. Dieser Tage wurde bekannt, dass auch die BookExpo America eingestellt wird, die größte amerikanische Buchmesse. Und dann sind da noch, sagt Gunnar Cynybulk, ehemals Verlegerischer Geschäftsführer bei Aufbau und Ullstein, die langfristigen Marktbedingungen, die sich für die Verlage „objektiv betrachtet“ verschlechtert hätten: „Übersetzerbeteiligung, Wegfall des VG-Wort-Anteils, Handelskonzentration, Auslieferungspleiten und literarische Agenturen machen es den Verlagen, die ja immerhin den ganzen Gestehungsprozess vorfinanzieren müssen, nicht leichter. Nicht zu vergessen die Pandemie.“

          Kai Spanke
          Redakteur im Feuilleton.
          Tilman Spreckelsen
          Redakteur im Feuilleton.
          Jan Wiele
          Redakteur im Feuilleton.

          Da klingt es sehr gewagt, ausgerechnet jetzt einen Verlag zu gründen. Der Kölner Übersetzer Frank Henseleit hat das mit „Kupido“ getan (F.A.Z. vom 24. September). Und, trotz aller ungünstigen Vorzeichen, auch der fünfzigjährige Gunnar Cynybulk, der seinen neuen Verlag „Kanon“ getauft hat: „Mir scheint, dass die unabhängigen Verlage, die eine erkennbare Identität haben und qualitativ geführt sind, besser durch diese Zeit kommen und sogar Land gewinnen. Sie werden jedoch nie von einem Verleger zu hören bekommen, dass die Zeiten golden seien.“

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