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Walter Hinck : Vogelsprache: „Schulmeister Klopfstock“

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Der Vogelforscher gewinnt das Herz der Prinzessin
          1 Min.

          In diesem Märchen schmort keine Hexe im Feuer, aber auch hier entgeht am Ende der Böse seiner Strafe nicht. Die Welt des Volksmärchens ist noch da und doch wieder auch nicht.

          Den Märchenwald erfüllt Musik. Ganze Sinfonien von Lautmalereien und Klangspielen rauschen vorüber; in den Namen werden die Eigenschaften der Personen hörbar. Der verarmte Schulmeister Klopfstock entläßt seine fünf Söhne in die Welt. Gripsgraps wird ein Dieb; Pitschpatsch wählt die Schiffahrt und rettet eine Meerjungfrau vor ihrem Feind, worauf sie ihn mit der Kunst des Schiffbaus beschenkt; Piffpaff zieht es zu den Schützen; Pinkepank lernt beim Apotheker, Heilkräuter mit dem Mörser zu zerkleinern und zu mischen. Nur Trilltrall drängt es in keinen gewinnbringenden und nützlichen Beruf. Er wird Gehilfe eines Vogelsprachforschers; ihm ist schon, wie Goethes „Sänger“, das Lied selbst „Lohn, der reichlich lohnet“.

          Wunderbare Abenteuer

          Aber in den Adern aller Söhne fließt das Blut der Poesie. Alle sind Erzähler eigener wunderbarer Abenteuer. Eine wahre Brutstätte von Märchen ist dieses Märchen Brentanos. Noch hat sich die Sprache nicht babylonisch verwirrt, alle Lebewesen sprechen dieselbe Muttersprache der Natur. Schließlich eilen Klopfstock und seine Söhne der allerschönsten Prinzessin Pimperlein, der Tochter des Königs Pumpen von Glockotonia, zur Hilfe, die vom Nachtwächterkönig Knarratschki auf einen Felsen entführt worden ist.

          Und keinen der braven und tüchtigen Brüder erwählt sich die Prinzessin, sondern Trilltrall, den Experten des Gesangs. Alles ist mit einer sich selbst belächelnden Naivität und mit bezaubernder Lockerheit erzählt. Luftige Verseinlagen lassen schon Heinesche Saloppheit ahnen. Märchenfäden flattern umher, die Büchner in seinem Lustspiel „Leonce und Lena“ auffangen wird.

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