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Verlage : Suhrkamp-Neuausrichtung ohne Rainer Weiss

  • Aktualisiert am

War nicht mit dem neuen Zuschnitt der Geschäftsbereiche einverstanden: Rainer Weiss Bild: picture-alliance/ dpa

Die Führungsspitze des Frankfurter Suhrkamp Verlags ist weiter geschrumpft. Wie der Verlag am Freitag mitteilte, hat überraschend Programmgeschäftsführer Rainer Weiss fristlos gekündigt.

          Die Führungsspitze des Frankfurter Suhrkamp Verlags ist weiter geschrumpft. Wie der Verlag am Freitag mitteilte, hat überraschend Programmgeschäftsführer Rainer Weiss fristlos gekündigt - mit sofortiger Wirkung. Nach Angaben von Suhrkamp- Sprecher Thomas Sparr war Weiss nicht mit dem geplanten neuen Zuschnitt der Geschäftsbereiche einverstanden.

          „Die Verlagsleitung bedauert, daß eine erforderliche Neuordnung der Programmzuständigkeiten von Dr. Rainer Weiss letztlich nicht mitgetragen wurde“, hieß es in der Verlagsmitteilung. Weiss' Aufgaben übernehme die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz. Weiss war 22 Jahre bei Suhrkamp tätig. Er ist der zweite Geschäftsführer innerhalb eines knappen halben Jahres, der das traditionsreiche Haus verläßt.

          Suhrkamp nun mit Doppelspitze

          Weiss sollten im Zuge der Umstrukturierung Kompetenzen entzogen werden. Bisher war er für alle Suhrkamp-Programme verantwortlich, darunter auch die Tochterverlage wie Insel, Jüdischer Verlag und Deutscher Klassiker Verlag. Künftig sollte sich Weiss nach Angaben Sparrs „auf das Kerngeschäft konzentrieren“ und den Suhrkamp- Hauptverlag mit seinen Taschenbuch- und Wissenschaftsreihen verantworten.

          Erst im Januar hatte der für Marketing und Vertrieb zuständige Geschäftsführer Georg Rieppel den Suhrkamp Verlag verlassen. Damals hieß es, man habe keine Einigung über die Ausrichtung von Rieppels Geschäftsbereich erzielt. Seine Aufgaben wurden intern verteilt; die Führung teilten sich nach Rieppels Weggang die Verlegerin Unseld- Berkéwicz, Programmgeschäftsführer Weiss und der kaufmännische Geschäftsführer Philip Roeder. Nach der Kündigung von Weiss hat der Suhrkamp Verlag nun eine Doppelspitze, bestehend aus Unseld-Berkéwicz und Roeder.

          Die Führungsetage des renommierten Verlags wurde seit dem Tod von Verleger Siegfried Unseld 2002 schon mehrmals umgebaut. Nachdem Unselds Witwe Ulla Unseld-Berkéwicz die Gesamtleitung übernommen hatte, verließ Ende 2003 Geschäftsführer Günter Berg das Unternehmen wegen Differenzen mit der neuen Verlegerin. Rieppel war Mitte 2004 neu zu Suhrkamp gestoßen.

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