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Vergessene Bücher : Romantiker kann jeder sein

Redet Endymion im Schlaf? Und verstehen wir, was er sagt? In Luca Giordanos Bild bleibt die Frage offen. Bild: Picture-Alliance

Klassiker haben es schwer – auf dem Markt und beim Leser. Zugleich wollen Buchreihen literarische Schätze heben. Was treibt sie an?

          5 Min.

          Ein Gelehrter, der wegen einer alten griechischen Handschrift in die Einöde von Shropshire reist und am Ende dort das Manuskript und seine Abschrift beim Brand eines rekonstruierten römischen Tempels einbüßt, sitzt Jahre später mit Freunden in London zusammen. „Rom schläft nur, es stirbt nie“, sagt einer von ihnen. Und der Gelehrte antwortet: „Manchmal träumt es in seinem Schlaf und redet.“

          Tilman Spreckelsen
          Redakteur im Feuilleton.

          Die Geschichte, die er damit einleitet, stammt von dem englischen Autor John Buchan, der 1915 mit dem Roman „Die 39 Stufen“ bekannt geworden ist. Auf dem deutschen Buchmarkt hat sich vor fünfzig Jahren der Diogenes Verlag für Buchan stark gemacht, ihn aber nicht durchsetzen können. Der Vergessenheit entrissen hat die unheimliche Erzählung „Der Wind im Portikus“ nun der Literaturwissenschaftler und ehemalige „Horen“-Redakteur Heiko Postma, der sie im April in seiner Buchreihe „Kabinett der Phantasten“ (jmb-Verlag) herausgegeben hat – als bislang 86. Band seit 2010.

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