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  • Angeblich brachte er sogar die Beatles nach Indien: „Siddhartha“ von Hermann Hesse, hier das Cover der Suhrkamp-Ausgabe.

    Unsere Romanhelden : Siddhartha

    Hin zur lächelnden Vollkommenheit: Siddhartha kennt die Ekstase und die Askese, ist ein Spötter, Ausschweifender, Untröstlicher, bevor er die Erleuchtung erlangt. Daraus schöpft Hesses Entwicklungsroman seine Wahrhaftigkeit.
  • Schöpfer des militärfernsten Generals der Literaturgeschichte: Robert Musil, der von 1880 bis 1942 lebte.

    Unsere Romanhelden : General Stumm von Bordwehr

    Kontortrottel, Beamtengenie, Staatsphilosoph und der militärfernste General der Literaturgeschichte: Es ist unmöglich, Stumm von Bordwehr aus Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ nicht zu lieben.
  • Unsere Romanhelden : Wilhelm Meister

    Zwischen den Stimmungen und Tönen pendelnd: Vor seinen Lehrjahren und den Wanderjahren steht „Wilhelm Meisters theatralische Sendung“ - hier lernt  Wilhelm seine Grenzen kennen.
  • Unsere Romanhelden : Anselm Kristlein

    Anselm Kristlein ist ein Künstler der Adaption: Anpassung, Dabeisein, Mitmachen. Das bietet der Figur Martin Walsers keinen Schutz, auch nicht im letzten Akt - einem Höllentrip.
  • Im Jahr 2004 erschien sein Buch „Fleisch ist mein Gemüse“: Heinz Strunk (Mathias Halfpape)

    Unsere Romanhelden : Heinz Strunk

    Mit „Fleisch ist mein Gemüse“ hat Heinz Strunk mehr als nur ein neues Genre geschaffen. Er verschnürt das Leid des musikalischen Berufsunterhalters mit Humor und Menschlichkeit.
  • Jedem der Charaktere seine eigene Zeit: Hier eine Szene aus der Verfilmung von „In Schwimmen-zwei-Vögel“ von Kurt Palm

    Unsere Romanhelden : Dermot Trellis

    Flann O’Brien lässt Dermot Trellis Charaktere verschiedenster Arten und Zeiten zu einem knallbunten Karneval der Stile mischen. Doch die Figuren proben den Aufstand.
  • Für Rilkes Malte ein „schönes Gegengewicht der Welt“: die historische Republik Venedig mit ihren Gondeln voll „lohnender Ohnmacht“: hier in einer Vedute von Canaletto aus dem Zwinger in Dresden

    Unsere Romanhelden : Malte Laurids Brigge

    Mit Malte Laurids Brigge aus Rilkes einzigem Roman schleicht sich die Identitätskrise in die Literatur - doch zugleich keimt in ihm frühes modernes Selbstbewusstsein.
  • Ein Glücksfall für die Leser, nicht für seine Charaktere: Gert Hofmanns „Das Glück“ erschien 1992, der hier abgebildete Band „Schauplatz Menschenkopf. Der Erzähler Gert Hofmann“ wurde 1997 veröffentlicht

    Unsere Romanhelden : Vater

    Nur einen Tag umfasst Gert Hofmanns Roman „Das Glück“. Aus der Sicht des Sohnes zeichnet er das Bild einer zerfallenden Familie. Hofmanns Vaterfigur ist ein schonungsloses Autorenporträt.
  • Unsere Romanhelden : Pnin

    Er geht in schlechte Restaurants aus „Solidarität mit der Erfolglosigkeit“, liebt die falsche Frau und spielt leidenschaftlich mittelmäßig Schach. Tragikomischer ist kaum ein Romanheld: Pnin von Vladimir Nabokov.
  • Félicité und ihr Papagei auf dem Umschlag einer Erzählungssammlung Flauberts im Verlag Haffmans

    Unsere Romanhelden : Félicité

    Nach und nach verschwindet aus ihrem Leben, woran ihr Herz hängt. Doch Félicité, die Magd aus Flauberts Novelle „Ein einfaches Herz“, revoltiert. Mit Hilfe eines Tierpräparators.
  • Unsere Romanhelden : Long John Silver

    Das Abenteuer um Jim Hawkins wird unendlich oft erzählt. Neben der Angst vor Seemännern, einer Schatzkarte und väterlichen Freunden, ist es vor allem einer, der die Geschichte von der „Schatzinsel“ nährt: Long John.
  • Unsere Romanhelden : Alice

    Kein Zufall, dass ihr Werk von Wissenschaftlern geplündert wird, wenn sie die Abgründe der Logik oder der Quantenwelt verdeutlichen wollen: Mit Alice beginnt die Reise in die Unerklärlichkeit der modernen Welt.
  • Unsere Romanhelden : Robinson Crusoe

    Es ist ein zweifelhaftes Abenteuerleben, das Robinson Crusoe und sein Autor Daniel Defoe da vor uns ausbreiten. Zu unserem Alltagshelden macht ihn, dass trotzdem alles irgendwie weitergeht.
  • Worte einer Heldin: So spricht „Lene“ Nimptsch in Fontanes „Irrungen, Wirrungen“

    Unsere Romanhelden : Lene Nimptsch

    Unaufdringlich und doch unvergänglich: Lene Nimptsch zeigt Charakter. Mit seiner Figur zieht Theodor Fontane in „Irrungen, Wirrungen“ alle Register.
  • Keine Spur von einer Verletzung: auch das Herz Emanuels wäre auf dem CT-Bild unverletzt. Seine Erkrankung sitzt im Rückenmark. Unversehrt ist sein Organ trotzdem nicht

    Unsere Romanhelden : Emanuel

    Lebensgier angesichts des Todes: Mit zwanzig Jahren lässt M. Blecher seine Figur Emanuel an Tuberkulose erkranken und greift mit „Vernarbte Herzen“ schonungslos und ohne Ironie nach dem Leser.
  • Peter Schlemihl, Illustration von Emil Preetorius

    Unsere Romanhelden : Peter Schlemihl

    Ja, wo hat dieser Peter Schlemihl, das Geschöpf des Autors Adelbert von Chamisso, denn nun seinen Schatten gelassen? So fragen alle. Dieser Held aber hält noch ganz andere Antworten parat.
  • Unsere Romanhelden : Meursault

    Manche halten ihn für kalt und unmenschlich, diesen Meursault aus Albert Camus’ „Der Fremde“. Dabei ist er nur verordneten Gefühlen gegenüber gleichgültig.
  • Unsere Romanhelden : Philine

    Mit ihrer Erfindung hat Goethe sich die Erfüllung eines männlichen Traums gestattet. Und jeder Leser wird bei der Lektüre von „Wilhelm Meisters Lehrjahren“ seine eigene Philine vor Augen sehen.
  • Unsere Romanhelden : Fischerle

    Er ist nur eine Nebenfigur, im mittleren der drei Teile von Elias Canettis einzigem Roman „Die Blendung“. Doch in Fischerle steckt mehr Welt als in jeder anderen Figur dieses großen Autors.
  • Unsere Romanhelden : Ahab

    Wer nach der Sonne schlüge, hätte sie ihn gekränkt, der macht auch vor dem Leviathan nicht halt: Der Waljäger Ahab aus Herman Melvilles „Moby-Dick“ ist ein Besessener.