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„Das Literarische Quartett“ : Lesekreis Lockdown-Kritik

Das „Literarische Quartett“ vom 4. Dezember 2020 mit seiner Gastgeberin Thea Dorn, Ulrich Matthes, Andrea Petkovic und Lisa Eckhart (von links) Bild: dpa

Was ist nur aus dem „Literarischen Quartett“ geworden? Die traditionsreiche Büchersendung fällt unter Thea Dorn vor allem mit der Auswahl seiner Gäste wie Lisa Eckhart auf. Und setzt zwischen den Zeilen politische Signale.

          7 Min.

          Das „Literarische Quartett“ im ZDF ist derzeit die einzig verbliebene Gesprächssendung über Bücher im Hauptprogramm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Vergleichbare Formate – live aufgezeichnet, mit wechselnden Gästen – gibt es auch nicht für Sport, Wirtschaft oder Wissenschaft, bei Diskussionsbedarf übernehmen hier die Talkshows von „Anne Will“ bis „Lanz“. Das „Quartett“ ist auch in diesem Sinne ein Unikat.

          Tobias Rüther
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Es begann unter Marcel Reich-Ranicki im März 1988 als eine Runde mit drei festen und einem wechselnden Gast, das ging auch so weiter, als das Format mit Volker Weidermann 2015 neu aufgelegt wurde. Seit die Schriftstellerin Thea Dorn es leitet, versucht es sich von der Kritikerrunde in einen „Salon“ zu verwandeln. Um der „veränderten gesamtgesellschaftlichen Situation“ Rechnung zu tragen, wie es in der Selbstdarstellung heißt, dass zwar „das Autoritätsprinzip“ der „Großkritiker“ nicht mehr anerkannt werde, zugleich aber das „Bedürfnis nach Orientierung“ wachse. Deswegen diskutieren im „Quartett“ seit März 2020 „vier leidenschaftliche Leserinnen und Leser mit kultureller Kompetenz“. Und zwar dar­über, „welche Bücher gesellschaftliche oder ästhetische Relevanz beanspruchen dürfen“.

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