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True-Crime-Hype : Fasziniert vom Bösen

  • -Aktualisiert am

Nichts ist gruseliger als die Realität. Bild: plainpicture/Jan Håkan Dahlström

Noch nie waren Geschichten über Serienkiller, Psychopathen und echte Kriminalfälle so gefragt wie heute. Worin liegt der ambivalente Reiz von True Crime?

          5 Min.

          120 Einbrüche, 45 Vergewaltigungen, zwölf Morde. Vielleicht waren es auch mehr, genaue Zahlen kennt momentan niemand. Die Lage ist unübersichtlich, der Täter mittlerweile auf den Rollstuhl angewiesen. Er beging seine Verbrechen in den Jahren zwischen 1976 und 1986 in Kalifornien. Ein Dutzend Ermittler nahm lange Zeit an, verschiedene Männer seien für die grausamen Delikte verantwortlich. Dann ergaben DNA-Analysen, dass es sich beim „East Area Rapist“ aus Sacramento um dieselbe Person handelt, die im Süden des Bundesstaats unter dem Namen „Original Night Stalker“ bekannt war. Da die Öffentlichkeit das Interesse an dem immer noch frei herumlaufenden Serienmörder zu verlieren drohte, prägte Michelle McNamara 2013 einen Namen für ihn, der seither gebräuchlich ist – „Golden State Killer“.

          Viele Jahre versuchte die Autorin herauszukriegen, wer dieser Verbrecher ist und warum er Mitte der Achtziger plötzlich damit aufhörte, Paare zu überfallen, zu misshandeln und zu töten. Indem sie jedem noch so kleinen Hinweis nachspürte, hat sie einen „cold case“ heiß gehalten. Die Zusammenfassung ihrer Recherche trägt den Titel „Ich ging in die Dunkelheit“ („I’ll Be Gone in the Dark“) und ist im vergangenen Jahr auf Deutsch erschienen. Gillian Flynn, die den Bestseller „Gone Girl“ (2012) geschrieben hat, betrachtet das Werk ihrer Kollegin als „Momentaufnahme der Zeit, des Ortes und der Menschen“. McNamara erzählt aber auch, wie sich ihre Faszination für Verbrechen entwickelte und zu einer regelrechten Besessenheit auswuchs.

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