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Virtueller Ersatz : Was von der Buchmesse übrig bleibt

Beim Börsenblatt brennt noch Licht: Leuchtschild mit dem Termin der Buchmesse in der Frankfurter Braubachstraße. Bild: dpa

Der Börsenverein hat sich in eine schwierige Situation manövriert: Enttäuscht der virtuelle Ersatz der Frankfurter Buchmesse, wäre auch das Ansehen der klassischen Messe beschädigt.

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          An diesem Montagabend beginnt das, was von der Frankfurter Buchmesse übrig blieb. Und womöglich wird die Verleihung des Deutschen Buchpreises an einen der sechs Finalisten das Einzige sein, was am Ende der Woche noch als einigermaßen normal bezeichnet werden kann, obwohl auch diese Zeremonie ohne Publikum im Saal stattfinden muss. Aber hier waren schon immer viele Menschen übers Radio oder Fernsehen mit dabei, und der Erfolg des Siegerbuchs hängt gottlob nicht von der Lebendigkeit des Ereignisses ab. Sonst wäre dieser Preis von Beginn an eine Totgeburt gewesen.

          Was indes im Laufe der Woche geschehen soll und noch immer vollmundig als „Buchmesse 2020“ bezeichnet wird, simuliert nur den traditionellen Betrieb. Fachbesuchern und Lesern soll unter www.buchmesse.de statt der realen Begegnung miteinander und mit Literatur eine virtuelle Plattform geboten werden. Auf der werden sich immerhin mehr als viertausend „Aussteller“ treffen, fast zwei Drittel der sonst üblichen Zahl. Ob allerdings eine so lächerliche Idee wie die Zurverfügungstellung von menschenleeren Innenansichten des Luxushotels „Frankfurter Hof“, in dem sich sonst die illustren Verleger- und Agentenzirkel zu treffen pflegten, als Hintergründe für die virtuellen Begegnungen deren Reiz erhöhen wird, darf man bezweifeln. Die Messeverantwortlichen setzen allzu sehr auf derartige Mätzchen, mit denen sie Digitalkompetenz beweisen wollen, anstatt Gedanken darauf zu verschwenden, welche Eindrücke die diesjährige Notausgabe bestimmen werden – also Fachkompetenz zu beweisen. Daher droht die eigentliche Gefahr.

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