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Buchmarkt in der Corona-Krise : Viel Bedarf, wenig Absatz

  • -Aktualisiert am

Wer derzeit in Buchhandlungen einkaufen will, muss sich die Ware liefern lassen: Blick ins Berliner Kochbuchantiquariat Bibliotheca Culinaria. Bild: POP-EYE/Kempert

Wie gehen Verlage mit der Ausnahmesituation um? Verkleinern sie wegen Corona ihr Programm? Gehören auch Bücher zur Grundversorgung? Ist das E-Book der große Krisengewinner? Ein Situationsbericht.

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          Wie unberechenbar die Gegenwart geworden ist, zeigt sich gut am Buchgewerbe: Ein zweites Weihnachtsgeschäft erlebten manche Buchhändler bei Bekanntgabe der Schulschließungen; nur Tage danach bangen viele von ihnen um die schiere Existenz. Sie müssen ihre Läden geschlossen halten und haben zudem wichtige Einnahmequellen wie Büchertische bei Veranstaltungen verloren. Dabei funktioniert die Lieferkette noch, Barsortimenter beschicken die Läden. Überall im Land versuchen nun Buchhändler, ihre Ware kreativ zu verkaufen: Buchbestellungen per Mail oder Anruf werden mit dem Fahrrad ausgeliefert; hier und da wurde ein – durchaus distanzwahrender – Türverkauf eingerichtet, was nicht legal sein soll – „aber das wissen wir ja gar nicht“, sagt ein Kölner Buchhändler.

          Und in der Tat: Warum gehören Bücher nicht deutschlandweit zur Grundversorgung, wie es Berlin und Sachsen-Anhalt mit der Erlaubnis, Buchhandlungen offen zu halten, zumindest andeuten? Bedarf sei unbestreitbar da, hört man allerorten – Hausarrest ist Lesezeit, nicht nur für Kinder –, die Frage ist nur, wie das Buch, sofern kein E-Book (und noch lange nicht alle Leser sind dafür bereit), zum Kunden gelangt. Dass Amazon nun offen Klopapier gegenüber Büchern priorisiert, wie der Verlegerische Geschäftsführer von Klett-Cotta, Tom Kraushaar, die veränderte Vorratshaltung des Großversandhändlers gegenüber dieser Zeitung auf den Punkt bringt, könnte für den stationären Buchhandel sogar eine gute Nachricht sein. Solange es noch Wege zu den Kunden gibt. Zahlreiche Verlage haben deshalb Websites eingerichtet, auf denen sie auf die Erreichbarkeit der lokalen Buchhandlungen hinweisen. Der Hashtag #supportyourlocalbookstore zieht große Kreise.

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