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Thalia und Hugendubel : Wie sieht der Buchladen der Zukunft aus?

Offene Decken, gedeckte Farben, Aufenthaltsflächen wie in der Bücherei: Thalias Zukunftsvision in Hagen. Bild: Constantin Meyer, Köln

Als hätten sie sich verabredet: Die beiden großen Buchketten des Landes denken in zwei Filialen den guten alten Buchhandel neu. Ein Besuch in Hagen und München.

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          Um 6,4 Millionen Menschen ist die Zahl der Buchkäufer in den Jahren zwischen 2013 und 2017 zurückgegangen. Kein Wunder, dass sich der Buchhandel um die Leser sorgt. So vielfältig sie mit ihren Vorlieben, Lebenslagen und Zeitbudgets auch sein mögen, eines haben sie wohl doch gemeinsam: Futuristen sind sie eher nicht. Das hat die beiden großen Buchhandelsketten des Landes, Thalia und Hugendubel, jedoch nicht daran gehindert, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft zwei Filialen umzubauen und unabhängig voneinander als „Buchhandlung der Zukunft“ (Thalia) und „Buchshop der Zukunft“ (Hugendubel) anzupreisen. In der Hagener Fußgängerzone und am Münchner Stachus kann besichtigt werden, worauf die Branchengrößen für die nächsten Jahre setzen – und worauf nicht mehr.

          In Hagen ist das Ramsch-Rot der Sonderangebote, das den Eingang vieler Thalia-Filialen bestimmt, hellem Grau, blassem Holz und einem dunkelblauen Metallcontainer gewichen. Der ganze Laden in der Elberfelder Straße wirkt dezent und aufgeräumt. Hinter der Rolltreppe in die erste Etage stehen nicht nur die üblichen Lesesessel auf dunklen Teppichen, sondern auch ein paar Stühle an einem Tisch, die eher an einen Co-Working-Space, vielleicht an eine Bücherei erinnern als an eine Buchhandlung. Tatsächlich träfen sich hier auch Nachhilfegruppen zum Arbeiten, bestätigt Ingo Kretzschmar, Thalia-Geschäftsführer für den stationären Buchhandel. Ihm ist das recht. Schließlich ist erklärtes Ziel der Neuerung, das Lesen in den Alltag der Menschen zurückzuholen. Und dafür will Thalia die Menschen erst einmal stärker in seine Buchhandlungen zurückholen. Und sie dort halten. Die Buchhandlung der Zukunft soll, geht es nach Kretzschmar, ein „einfach zugänglicher Treffpunkt in der Nähe“ sein, ein Ort, „an dem sich Menschen intensiv mit Themen auseinandersetzen können, an dem sie neue Geschichten entdecken und auf aktuelle Diskussionen aufmerksam werden“.

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