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Drei Millionen für Comic-Seite : Rekordpreis für Spider-Man

3,36 Millionen Dollar für diese Originalzeichnung: Seite 25 aus „Secret Ears“ von 1984 Bild: AP

Schurken und Schrecken bringen großes Geld: Die Originalvorlage für die Seite eines „Spider-Man“-Abenteuers aus dem Jahr 1984 wird für mehrere Millionen Euro verkauft.

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          3,36 Millionen Dollar sind eine Menge Geld für das Werk eines bislang wenig beachteten Künstlers. Mike Zeck, Jahrgang 1949, gehört zur Armada von amerikanischen Superheldenzeichnern, die in den achtziger Jahren durch die damalige dritte Blüte des Genres Lohn und Brot fanden. Doch bereits im Jahrzehnt danach versandete seine Karriere mangels Originalität. Aber nun ist eine von ihm gestaltete Comicseite zur teuersten aller Zeiten geworden: Für 2,8 Millionen Dollar wurde sie vorgestern auf einer Versteigerung des Auktionshauses Heritage im amerikanischen Dallas zugeschlagen; mit Aufgeld ergibt das ebenjene 3,36 Millionen Dollar (fast drei Millionen Euro).

          Andreas Platthaus
          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Das ist nicht einmal der höchste Preis für ein Comic-Original; den erzielte vor genau einem Jahr mit 3,2 Millionen Euro die Gouache des belgischen Zeichners Hergé – im Unterschied zu Zeck allerdings ein anerkannter Großmeister der Gattung – für ein Umschlagbild, das 1936 für ein Album seiner Serie „Tim und Struppi“ entstand und dann nicht ver­öffentlicht worden war. Der Grund dafür: Hergé hatte dieses Motiv derart aufwendig und detailreich gestaltet, dass die Druckkosten zu hoch gewesen wären. Das erklärt dann auch den Rekordpreis 85 Jahre später.

          Bei Zecks nun versteigerter Seite verhält es sich ganz anders, nämlich plakativ: Seine Zeichnungen für Seite 25 des achten Hefts der Serie „Marvel Super-Heroes Secret Wars“ aus dem Jahr 1984 bieten vor allem eine expressive Großansicht von Spider-Man, der hier statt im üblichen rotblauen in einem schwarzen Spinnenkostüm auftritt. Das ist der Grund für den hohen Preis, denn mit diesem Kostüm hatte es eine besondere Be­wandtnis: Es sollte sich im weiteren Verlauf des Geschehens als parasitäre außerirdische Lebensform mit er­staunlichen Mutationsfähigkeiten herausstellen, die ihrem Wirt übel mitspielt und sich deshalb selbst „Venom“ nennt – Gift. Da jeder Superheld an seinen Superschurken wächst, wurde aus Venom in der Folge eine reguläre Nemesis für Spider-Man, deren Beliebtheit bei den Lesern so groß ist, dass sie es bis ins Kino schaffte.

          Zecks erste Abbildung ihrer dunklen Erscheinung stellt so­mit so etwas wie einen Neubeginn in der seit 1962 andauernden Spider-Man-Erfolgsgeschichte dar, und dass der sich einem minder qualifizierten Urheberteam verdankt – geschrieben hat „Secret Wars“ Jim Shooter, und wer von drei weiteren Mitarbeitern die Bleistiftzeichnungen von Zeck für die kostspielige Seite 25 getuscht hat, weiß man heute schon gar nicht mehr –, tut angesichts dessen, dass sich danach die Crème der Superhelden-Autoren mit der so anpassungsfähigen Schrecklichkeit (man könnte da an manches denken . . .) beschäftigt hat, nichts zur Sache. Bezahlt wird der schöne Schauder des ersten Blicks in einen Abgrund an Bosheit. Auch das ein Signum unserer Zeit.

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