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Öffnung der Bibliotheken : Spanien schickt Bücher in Quarantäne

Eine Buchhändlerin in Barcelona Bild: dpa

Bevor wieder Bücher verliehen werden, geht es ihnen wie den Reisenden: Sie müssen zwei Wochen in Quarantäne. Zeit sei das beste und billigste Desinfektionsmittel, sagen die Fachleute.

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          Nach den Buchhandlungen öffnen in Spanien langsam auch die Bibliotheken. In den Buchläden müssen Kunden sich die Hände desinfizieren und Plastikhandschuhe überstülpen, bevor sie wieder stöbern und blättern können. Die Leihbibliotheken gegen weiter. Zurückgegebenen Büchern geht es in Spanien wie ankommenden Reisenden: Sie müssen nach der Rückkehr in ihr Regal erst einmal zwei Wochen in Quarantäne. Diese Maßnahme für „zurückgegebene Publikationen wird empfohlen, da eine Desinfektion die Werke beschädigen kann“, heißt es in einem mehrseitigen Leitfaden des Gesundheitsministeriums, der in dieser Woche für Büchereien veröffentlicht wurde. Nur Spanien und Italien gehen bisher soweit.

          Pest und Cholera überlebt

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Alkohollösungen und Ozon schaden nach Ansicht von Experten vor allem den neueren Druckwerken. Zeit sei daher das beste und billigste Desinfektionsmittel, schreibt die Zeitung „El País“ und zitiert den Konservator Arsenio Sánchez von der Spanischen Nationalbibliothek: „Das Kontaminationsrisiko ist bei Neuerscheinungen größer als bei Produkten früher Druckkunst“, sagt der Fachmann. Ältere Bücher, die schon Pest und Cholera überlebten, seien „chemisch sehr stabil“, während der Kunststoff in den Umschlägen moderner Werke und das Industriepapier anfälliger seien.

          Ein großer Teil der spanischen Bibliotheken ist jedoch noch gar nicht bereit, ausgeliehene Bücher zurückzunehmen. In Madrid und Katalonien wird sich die Öffnung noch bis Juni verzögern, weil Plexiglaswände und Handschuhe fehlen, um die Bibliothekare zu schützen.

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