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Literaturnobelpreis-Instanz : Schwedische Akademie benennt zwei neue Mitglieder

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„Meine Hoffnung ist, dass die Schwedische Akademie dadurch die Möglichkeit erhält, Vertrauen in die Institution aufzubauen und ihre wichtige Arbeit fortzusetzen“: Schwedens König Carl Gustav Bild: dpa

Ein Jurist und eine Schriftstellerin rücken auf zwei leere Stühle der Schwedischen Akademie. Das für den Literaturnobelpreis zuständige Komittee soll so wieder arbeitsfähig werden. Eine Hoffnung, die der König teilt.

          Die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, hat zwei neue Mitglieder. Der Jurist Eric M. Runesson und die Schriftstellerin Jila Mossaed sollen beim nächsten Zusammentreffen der Akademie am 20. Dezember aufgenommen werden, wie die Akademie an diesem Freitag bekannt gab.

          Sie folgen auf die Dichterin Lotta Lotass und die Autorin Kerstin Ekman, die ihr Amt schon länger nicht mehr aktiv ausübten. Runesson und Mossead waren am Donnerstagabend durch die verbleibenden Mitglieder der Akademie gewählt worden. Am Freitagmittag gab Schwedens König Carl Gustaf seine Zustimmung.

          Der Monarch bezeichnete die Wahl zweier neuer Mitglieder in einem Statement als positiv. „Meine Hoffnung ist, dass die Schwedische Akademie dadurch die Möglichkeit erhält, Vertrauen in die Institution aufzubauen und ihre wichtige Arbeit fortzusetzen.“

          Austritte sollen möglich werden

          Die Schwedische Akademie hat 18 Mitglieder, die auf Lebenszeit gewählt sind. Sie war nach den Kontroverse um den Theaterregisseur Jean-Claude Arnault und seine Frau, Akademiemitglied Katarina Frostenson, in die Krise geraten. Weil die Mehrheit der Akademiemitglieder gegen den Rauswurf von Katarina Frostenson stimmte, stellten drei von ihnen die Arbeit ein, darunter die frühere ständige Sekretärin Sara Danius. Weil andere aus Altersgründen nicht mehr aktiv sind, verlor die Akademie ihre Beschlussfähigkeit, der Literaturnobelpreis musste für dieses Jahr abgesagt werden.

          Arnault war Anfang der Woche wegen Vergewaltigung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Auch andere Frauen berichteten, von dem Theaterregisseur sexuell belästigt worden zu sein. Außerdem wurde ihm vorgeworfen, Interna aus der Schwedischen Akademie ausgeplaudert zu haben.

          Eine neue Interpretation der Statuten soll es in Zukunft möglich machen, dass ein Akademiemitglied austreten kann. Ob Katarina Frostenson in dem Zirkel verbleibt, war zunächst nicht zu erfahren.

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