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Besuch bei Roger Hallam : Er ist besessen

  • -Aktualisiert am

Ziviler Ungehorsam in Zeiten der Klimakrise: Roger Hallam im August in Amsterdam Bild: Picture-Alliance

Roger Hallam, Mitbegründer der Klimaprotestbewegung Extinction Rebellion, relativiert den Holocaust. Sein Buch wird jetzt nicht mehr auf Deutsch erscheinen. Doch was steht in seinem sogenannten Manifest? Und was sagt er selbst, wenn man ihn auf dem Land besucht?

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          Das Buch ist grün, 120 Seiten lang und wird jetzt doch nicht erscheinen: „Common Sense“ steht in weißen großen Buchstaben auf dem Titel. Es ist – so der Verlag – das „alarmierende Manifest“ des Mitbegründers der Klimabewegung Extinction Rebellion, Roger Hallam. „Es kann nicht so weitergehen wie bisher“, steht auf dem Buchrücken. „Nur eine Revolution in Gesellschaft und Staat kann uns retten. Wir müssen die Wahrheit akzeptieren: Die Klimakatastrophe und der dadurch verursachte Zusammenbruch der natürlichen Umwelt werden uns alle in wenigen Jahren töten, wenn wir nicht begreifen, dass die Wahrheit real ist – und entsprechend handeln.“

          Julia Encke
          Verantwortliche Redakteurin für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Am 29. November sollte „Common Sense“ im deutschen Buchhandel sein. Doch hat der Ullstein-Verlag die Auslieferung am vergangenen Mittwoch mit sofortiger Wirkung gestoppt, nachdem Hallam im Gespräch mit der „Zeit“ angesichts der für ihn drohenden Klimaapokalypse den Holocaust relativiert hat und als „just another fuckery in human history“ bezeichnete. „Genozide sind in den vergangenen 500 Jahren immer wieder geschehen“, sagte er. Auch China habe sie verübt. „Um ehrlich zu sein, könnte man sagen: Das ist fast ein normales Ereignis.“

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