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Programm „Neustart Kultur“ : 20 Millionen für die Buchbranche

  • Aktualisiert am

Monika Grütters und Jo Lendle in der Buchhandlung Kohlhaas & Company Bild: dpa

Die Buchbranche – Verlage, Buchmessen und Buchhandlungen – erhält zwanzig Millionen Euro Krisenhilfe vom Bund. Hanser-Verleger Jo Lendle erklärt, warum jede Hilfe allen Akteuren der Branche zugutekommt.

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          Buchverlage und Buchhandlungen erhalten aus dem Programm „Neustart Kultur“ der Bundesregierung insgesamt zwanzig Millionen Euro, um die Folgen der Corona-Krise zu meistern. Das gab Kulturstaatsministerin Monika Grütters an diesem Freitag im Berliner Literaturhaus bekannt. Der Literaturbetrieb nehme wieder Fahrt auf, sagte Grütters im Beisein der Leiterinnen des Literaturhauses, des Hanser-Verlegers Jo Lendle und der Buchhändlerin Silke Grundmann. Dennoch kämpften viele Akteure des Literaturmarkts ums Überleben. Die Maßnahmen der Bundesregierung sind Teil einer Kulturgesamtförderung aus dem Corona-Hilfspaket von einer Milliarde Euro, deren Einzelposten in den letzten Wochen und Monaten bekanntgegeben wurden. Dazu gehören auch vier Millionen Euro für die diesjährige Frankfurter Buchmesse und eine Million für die Leipziger Buchmesse 2021. Die neuen Maßnahmen, so Grütters, seien eng mit den Partnern in der Buchbranche abgestimmt.

          Von den zwanzig Millionen Euro geht die Hälfte an Verlage, die von sofort an Druck- und Produktionskostenzuschüsse für neue Bücher, Hörbücher und E-Books von jeweils bis zu 7500 Euro beantragen können. Bei nachhaltiger Produktionsweise kann sich der Betrag auf 10.000 Euro erhöhen. Mit weiteren zehn Millionen Euro soll kleineren und mittleren Buchhandlungen die Digitalisierung ihrer Vertriebswege erleichtert werden. Jede Buchhandlung, die ihre Online-Aktivitäten ausbauen möchte, um der Pandemie besser zu begegnen, kann Fördermittel von bis zu 7500 Euro erhalten.

          Jo Lendle bezifferte die gegenwärtigen Verluste der Verlagsbranche mit zwölf Prozent, was „irrsinnig gut“ und dennoch ein schwerer Schlag sei. Drei Viertel der Verlage hätten in der Krise Titel verschoben oder abgesagt. Durch die starke Vernetzung aller Akteure sei die Balance gestört – geschwächt würden durch die Krise nicht das Schreiben und Verlegen, so Lendle, wohl aber Vertrieb und Präsentation. Deshalb komme jede Hilfe allen Akteuren der Branche zugute.

          Silke Grundmann von der Berliner Buchhandlung Kohlhaas & Company wusste auch von positiven Erfahrungen zu berichten. Während des Lockdowns habe der deutsche Buchhandel vom erschlafften Engagement für Bücher des Online-Riesen Amazon profitiert und mit viel Ideenreichtum für die Grundversorgung der Menschen mit Lesestoff gesorgt. Besonders Berlin und Sachsen-Anhalt, die weiterhin Bücher verkaufen durften, hätten kreativ auf die Krise reagiert. Staatsministerin Grütters sagte, ihr Ministerium könne „Probleme nur lindern, nicht lösen“, und ermunterte die Branche zu raschen Bewerbungen.

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