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Zu viel Papier : Schlechte Bücher? In den Müll damit

  • -Aktualisiert am

Bunter Haufen: Es handelt sich lediglich um ein Symbolbild. Bild: Picture-Alliance

Was tun, wenn die eigene Bibliothek immer weiter wächst? Eine Empfehlung des Wegwerfens und -gebens, durchaus auch für Bücherliebhaber.

          4 Min.

          Vor einigen Jahren nahm an einer wissenschaftlichen Konferenz der mittlerweile verstorbene Literaturprofessor Karl Eibl teil. Er mischte damals die deutsche Germanistenszene auf, weil er die Dichtung aus der Evolutionsbiologie erklärte. Beim Konferenzdinner erzählte er von seinem Nachbarn am Starnberger See, dem Bestseller-Autor Werner „Tiki“ Küstenmacher („Simplify your life“). „Der häuft ein Vermögen an, indem er anderen hilft, Dinge wegzuwerfen“, so fasste Eibl Küstenmachers Erfolgsrezept zusammen. Und selbst er, Eibl, habe sich dessen Ratschläge zu Herzen genommen und kürzlich eine größere Menge Bücher einfach weggeschmissen. „Bücher könnte ich niemals wegwerfen“, sagte daraufhin Eibls Assistentin. „Ich habe aber nichts anderes, was ich wegwerfen könnte“, antwortete der Professor und hatte die Lacher auf seiner Seite, was wohl einer der evolutionsbiologischen Gründe fürs Geschichtenerzählen ist.

          Es ist zu vermuten, dass Eibl keine Stapel von Groschenromanen und lustigen Taschenbüchern weggeworfen hat, als er nach Simplify-Prinzipien sein Leben ausmistete, sondern wissenschaftliche Bücher und literarische Klassiker. Trotzdem kann man einem Mann, der sein Leben der Literatur widmete, kaum mangelnde Hochachtung vor Büchern unterstellen. Wohl eher erfahrungsgesättigten Realismus.

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