https://www.faz.net/-gr0-8uy6i

Preis der Leipziger Buchmesse : Vier Romane und ein Lyrikband nominiert

  • Aktualisiert am

Die Preisverleihung ist einer ihrer Höhepunkte: Blick in die Messehallen der Leipziger Buchmesse 2016. Bild: dpa

Romane von Lukas Bärfuss, Brigitte Kronauer, Anne Weber und Natascha Wodin sind für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert – und „118 Gedichte“, ein Lyrikband von Steffen Popp.

           Für den Preis der Leipziger Buchmesse sind in diesem Jahr vier Romane und ein Lyrikband in der Kategorie Belletristik nominiert. Nach Angaben der Jury geht Steffen Popp mit „118. Gedichte“ ins Rennen. Zudem werden auf der an diesem Donnerstag veröffentlichten Shortlist Lukas Bärfuss mit „Hagard“, Brigitte Kronauer („Der Scheik von Aachen“), Anne Weber mit „Kirio“ und Natascha Wodin („Sie kam aus Mariupol“) als Kandidaten benannt.

          „Gerade in der Belletristik ist es uns nicht leicht gefallen, uns auf fünf überzeugende Titel zu einigen. Aber ich glaube, dass wir eine gute Mischung gefunden haben“, sagte Jury-Vorsitzende und Literaturkritikerin Kristina Maidt-Zinke.

          „Eine kühne Liste“

          Die Bandbreite reicht vom Roman mit dokumentarischen Charakter bei Natascha Wodin, die dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nachspürt, bis hin zum Schweizer Schriftsteller und Dramaturg Lukas Bärfuss, der in „Hagard“ eine bedrohlich-surreal anmutende Verfolgungsjagd inszeniert. Bei Brigitte Kronauer spiele dagegen der kunstvolle Umgang Sprache eine große Rolle, so Maidt-Zinke. Anne Weber, die als Autorin in Paris lebt, erzählt vom Protagonisten „Kirio“, der gern auf den Händen läuft und alles auf den Kopf stellt. Mit Popps Gedichtband findet sich erneut ein Lyrikband auf der Shortlist. 2015 hatte als erster Lyriker Jan Wagner mit seinen „Regentonnenvariationen“ den Leipziger Buchpreis gewonnen.

          Nach Einschätzung von Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, hat die Jury mit ihrer Auswahl so sehr wie noch nie hohe ästhetische Maßstäbe gesetzt. „Das wird für die Leser ein nicht geringer Anspruch sein, sich bei den Titeln zurecht zu finden.“ Die Jury habe eine „kühne Liste“ aufgestellt.

          Mit insgesamt 60.000 Euro dotiert

          Der Preis der Leipziger Buchmesse wird auch in den Kategorien Übersetzung und Sachbuch/Essayistik vergeben. Pro Kategorie wurden fünf Nominierte ausgewählt. 106 Verlage hatten 365 Titel eingereicht.

          Mit seinem Sachbuch „Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes“ knüpft Volker Weiß an das aktuelle Erstarken der Rechtspopulisten an. Er porträtiert Akteure der Szene und beleuchtet Phänomene wie Pegida und AfD. Nominiert ist auch die Übersetzung von Holger Fock und Sabine Müller des französischen Romans „Kompass“ von Mathias Énard. Der französische Autor und Übersetzer erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2017.

          Der Leipziger Buchpreis ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert und zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Die Preisträger werden am 23. März zu Beginn der Leipziger Buchmesse gekürt.

          Weitere Themen

          Hoffnung im Ansicht der Apokalypse Video-Seite öffnen

          Filmkritik „Endzeit“ : Hoffnung im Ansicht der Apokalypse

          Blutverschmierte Münder, abgehackte Gliedmaßen und non-stop Action – so kennt man als geneigter Zuschauer das Zombiefilm-Genre. Wie sich der deutsche Film „Endzeit“ dagegen abhebt, und warum man gerade als Nicht-Zombie-Fan den Gang ins Kino wagen sollte erklärt FAZ-Redakteur Andreas Platthaus.

          Rezo kritisiert die Medien

          Youtuber vs. Print : Rezo kritisiert die Medien

          Drei Tage vor der Europawahl wurde der Youtuber Rezo mit einem Video bekannt, in dem er harte Kritik an der CDU übte. Jetzt nimmt er sich die Zeitungen vor.

          Topmeldungen

          Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Matteo Salvini am Strand auf Sizilien.

          Italienische Regierung : Ohne den Segen des Papstes

          Italiens Innenminister Salvini gibt sich gerne als gläubiger Christ. Damit hat er den Zorn Franziskus’ auf sich gezogen – und am Ende auch den des scheidenden Ministerpräsidenten Conte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.