https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/opfer-der-corona-pandemie-leipziger-buchmesse-faellt-abermals-aus-17170938.html

Trotz geplanter Verschiebung : Leipziger Buchmesse fällt abermals aus

Buntes Treiben im März 2019: Besucher auf dem Treppenaufgang zu den Buchmesseständen in der Glashalle des Leipziger Messegeländes Bild: dpa

Man hatte sich so viele Gedanken gemacht, um die diesjährige Veranstaltung durchführen zu können. Jetzt hat der Leipziger Buchmesse-Chef Oliver Zille mitgeteilt, dass das Gesundheitsrisiko auch Ende Mai noch zu groß wäre.

          1 Min.

          Vor einem Jahr war die Leipziger Buchmesse das erste große Opfer der Corona-Pandemie. Sie wurde wenige Tage vor ihrem Beginn im März 2020 abgesagt. Diesmal kommt die schlechte Nachricht mit deutlich mehr Vorlauf: Wie der Leipziger Buchmesse-Chef Oliver Zille in einer gerade veröffentlichten Presseerklärung mitteilt, wird auch die für Ende Mai geplante diesjährige Ausgabe ausfallen.

          Andreas Platthaus
          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Dabei hatte er in Abstimmung mit den deutschen Verlagen und der Stadt Leipzig bereits im vergangenen Sommer die Veranstaltung von ihrem angestammten Termin Mitte März mehr als zwei Monate nach hinten verschoben: in eine Zeit, in der man sich damals eine erfolgreiche Eindämmung der Pandemie versprochen hatte und vor allem warmes Wetter, so dass große Teile der Publikumsveranstaltungen für die bislang durchschnittlich 300.000 Besucher der Buchmesse in die Außenbereiche des Leipziger Messegeländes hätten verlegt werden können. Dieser Plan ist nun früh gescheitert. Gründe dafür sind die viel langsamer als erhofft anlaufende Impfkampagne und vor allem das noch unabsehbare Risiko durch mutierte Virusvarianten.

          Nicht zu unterschätzen für die Entscheidung, die Buchmesse abermals ausfallen zu lassen, ist aber auch die anhaltende Verunsicherung der Aussteller. Mit ausländischer Beteiligung war ohnehin kaum mehr zu rechnen, doch für Leipzig wäre dieser Verlust leichter zu verschmerzen gewesen als für die viel internationaler ausgerichtete Frankfurter Buchmesse. Allerdings wäre in diesem Jahr Portugal Gastland in Leipzig gewesen, und dort wütet die Pandemie im Moment besonders schlimm. Einer der zentralen Programmkomplexe wäre somit weggebrochen. Und wichtige deutsche Verlage hatten sich bislang nicht eindeutig für eine Teilnahme an der Messe ausgesprochen, einzelne hatten sogar schon vor der jetzigen Nachricht abgesagt.

          Für die deutschsprachige Buchbranche ist der Ausfall ein Drama, denn nun muss sie auf Frankfurt als nächste Messe hoffen, und das Leipziger Beispiel wird den dortigen Ausrichtern wenig Mut machen – galten doch alle Überlegungen von Oliver Zille und seinem Team für die diesjährige Veranstaltung zuvor als erfolgversprechend. Und ein womöglich noch größeres Drama ist die Absage für die Stadt Leipzig und ihr Beherbungs- und Gaststättengewerbe, dem die Buchmesse die erste größere Einnahme seit mehr als einem Jahr beschert hätte. Uns allen signalisiert der Ausfall der Leipziger Buchmesse, dass dieses Jahr für die Kultur noch härter werden dürfte als das letzte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Bundeskanzler Olaf Scholz bei seiner Aussage vor dem Untersuchungsausschuss in Hamburg.

          Cum-ex-Affäre : Die Glaubwürdigkeit des Kanzlers

          Am Ende wird Scholz die Affäre selbst wohl kaum gefährlich werden. Aber wem zu entscheidenden Vorgängen die Erinnerung fehlt, dessen Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel.
          Eine junge Demonstrantin mit der Zahl «43» auf ihrer rot gefärbten Hand nimmt an einer Kundgebung nach der Entführung der 43 Studenten teil. (Archiv)

          43 vermisste Studenten : Mexikos Ex-Generalstaatsanwalt festgenommen

          Der Fall der 2014 verschleppten und ermordeten Lehramtsstudenten hatte Mexiko erschüttert. Es gilt heute als „Staatsverbrechen“. Jesús Murillo Karam war damals für die Ermittlungen verantwortlich. Nun wird ihm Verschwindenlassen und Folter vorgeworfen.
          Rohre der Nord Stream 1 Gaspipeline in Lupmin

          Ab Ende August : Russland klemmt Nord Stream 1 für drei Tage ab

          Durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 fließt seit Wochen ein Fünftel so viel Gas wie eigentlich könnte. Nun soll sie für drei Tage stillstehen – der Konzern begründet dies mit Wartungsarbeiten an einer Turbine.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.