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Literarisches Selbstporträt : Der Russin ihr Deutsch

  • -Aktualisiert am

Poetische Sprache kann nicht nur das sein, was im Duden steht: Luba Goldberg-Kuznetsova vor wenigen Tagen im Berliner „Café Anastasia“ Bild: Jens Gyarmaty

Wie gut mein Deutsch auch sein mag, wird er nie „perfekt“ sein. Und damit habe ich mich längst abgefunden. Nur mit einem fehlerhaften Deutsch kann ich meine russischen Emotionen wiedergeben.

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          Ich kam vor achtzehn Jahren aus St. Petersburg nach Deutschland, zusammen mit meiner Mutter. Sie ist Grundschullehrerin und spricht immer noch so gut wie gar kein Deutsch. Sie bewegt sich streng innerhalb der russischen Community in Düsseldorf und es reicht ihr. Sie sagte schon damals vor achtzehn Jahren, dass sie zu alt war, um eine neue Sprache zu lernen. Jetzt erst recht. Sie will es einfach nicht.

          Sie hat mir nicht erlaubt, ihr meinen Debütroman, der gerade unter dem Titel „Lubotschka“ beim Aufbau Verlag veröffentlicht wurde, zu widmen, weil sie nicht weiß, was drinsteht. Das hat mich ein bisschen verletzt, aber ich kann sie dafür nicht verurteilen, Freier Wille geht schließlich über Alles. Ich widmete den Roman also meiner Therapeutin.

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