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Krimibestenliste im September : Daten, Dealer, Darknet

  • Aktualisiert am

Die besten Krimis des Monats Bild: Illustration Kat Menschik

F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Garry Disher hält souverän die Spitzenposition und ist gleich noch mit einem zweiten Titel vertreten.

          2 Min.

          1.

          Garry Disher – Kaltes Licht
          Plazierung im Vormonat: 1

          Melbourne. Nach fünf Jahren Langeweile als Pensionär ist Alan Auhl zurück im Polizeidienst. Mit der Lässigkeit der Erfahrung lotet er die Grenzen des Gesetzes aus, packt zu, wo Solidarität fehlt. Heiteres Lob eines coolen Alten, der menschliche Bosheit stellt, wie immer sie getarnt sei. Brillant.
          Aus dem Englischen von Peter Torberg. Unionsverlag, 314 Seiten, 22 Euro.

          2.

          Tawni O’Dell – Wenn Engel brennen
          Plazierung im Vormonat: 8

          Pennsylvania. Leicht mit Problemen umgehen kann Chief Carnahan. Seien es verschreckte Mütter, renitente Redneckfamilien oder Mädchen, die in brennenden Minen stecken. Hat sie doch selbst ihr Gewaltpotenzial nicht immer kontrolliert. Feministisch, realistisch: Matriarchat kann Elend verschärfen.
          Aus dem Englischen von Daisy Dunkel.Ariadne im Argument-Verlag, 350 Seiten, 21 Euro.

          3.

          Denise Mina – Klare Sache
          Plazierung im Vormonat: /

          Schottland, Île de Ré. Als sich Annas Gatte mit Töchtern und neuer Frau davonmacht, hört sie gerade im geliebten True-Crime-Podcast vom Tod eines alten Bekannten. Anlass, mit einem magersüchtigen Popstar die wahren Verbrechen ihrer Vergangenheit zu durchforsten. Scharfer Glamour-Cocktail, geschüttelt.
          Aus dem Englischen von Zoë Beck. Ariadne im Argument-Verlag, 352 Seiten, 21 Euro.

          4.

          Max Annas – Morduntersuchungskommission
          Plazierung im Vormonat: 3

          DDR, 1983. Ermittlungen im geschlossenen System. An der Bahnstrecke zwischen Jena und Saalfeld liegt der Leichnam eines afrikanischen Vertragsarbeiters, zerfetzt, geköpft. Otto Castorp, MUK Gera, lässt nicht los, trotz  politischen Ermittlungsverbots. Und entdeckt, was es in der DDR nicht geben kann: Nazis.
          Rowohlt, 346 Seiten, 20 Euro.

          5.

          Dror Mishani – Drei
          Plazierung im Vormonat: /

          Tel Aviv, Bukarest. Drei Frauen – immer derselbe Mann. Über ein Dating-Portal für Geschiedene kommen Orna und Gil zusammen. Bis sie mitkriegt, dass er sie getäuscht hat. Emilia und Ella queren auch seinen Weg. Der Rest ist Kritikers Schweigen und Bewunderung. Vivisektion der Alltagsbösartigkeit.
          Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Diogenes, 336 Seiten, 24 Euro.

          6.

          Selim Özdogan – Der die Träume hört
          Plazierung im Vormonat: /

          Westdeutsche Großstadt. Nizar Benali ist Cyber-Detektiv und fahndet im Darknet nach dem Dealer mit dem tödlichen Stoff. Und hat unverhofft selbst einen Sohn auf dem Sofa, der auf Stress aus ist, jedenfalls schlecht erziehbar, mit Drogenschulden. Dem er den Rücken stärken muss. Soundcheck: Passt.
          Edition Nautilus, 288 Seiten, 18 Euro.

          7.

          Adrian McKinty – Cold Water
          Plazierung im Vormonat: 7

          Carrickfergus, Stranraer 1990. Frau und Kind sind schon in Schottland, Duffy knabbert an seinem letzten Fall. Er will  das Verschwinden eines 15-jährigen Travellermädchens aufklären – verdächtig sind Männer der Oberschicht. Doch so sozialpathetisch geht es nicht aus. Komplex, schlau: die Duffy-Serie
          Aus dem Englischen von Peter Torberg.Suhrkamp Nova, 378 Seiten, 15,95 Euro.

          8.

          Garry Disher – Hitze
          Plazierung im Vormonat: /

          Queensland. Wyatt soll ein Gemälde stehlen. Nazi-Raubkunst, die wieder aufgetaucht ist. Ob die Story stimmt? Wyatt ist nicht der einzige Dieb an der Goldküste. Und hat zudem abgehängte Komplizen auf den Fersen. Da passt es prima, dass seine Auftraggeberin Ex-Soldatin ist. Cool, cooler, Wyatt.
          Aus dem Englischen von Ango Laina und Angelika Müller.Pulp Master, 278 Seiten, 14,80 Euro.

          9.

          George Pelecanos – Prisoners
          Plazierung im Vormonat: 10

          Washington, D.C. Michael Hudson, Leseratte dank Knastbibliothek, glaubt an ein besseres Leben. Privatdetektiv Ornazian lotst ihn raus. Dafür soll Michael die Fluchtwagen steuern, wenn er und sein Kumpel Ward Kriminelle ausnehmen. Mann auf der Kante unter Dealern, Neonazis und Überlebenskämpfern.
          Aus dem Englischen von Karen Witthuhn.Ars Vivendi, 230 Seiten, 18 Euro

          10.

          Friedrich Ani – All die unbewohnten Zimmer
          Plazierung im Vormonat: 2

          München. Die Augenzeugen stumm, die Täter glauben sich im Recht, die besorgten Rassisten bereiten den nächsten Schritt vor. Zwei tote Polizisten, verdächtigte Flüchtlingskinder, da braucht es alle Ermittler: Tabor Süden, Polonius Fischer, neu Fariza Nasri. Der Irrsinn nimmt zu, Ani hält dagegen.
          Suhrkamp, 495 Seiten, 22 Euro.

          Die Jury

          Tobias Gohlis, Sprecher der Jury  |  Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“ | Andreas Ammer, „Druckfrisch“, BR | Gunter Blank, „Rolling Stone“ | Thekla Dannenberg, „Perlentaucher“ | | Hanspeter Eggenberger, „Tages-Anzeiger“ | Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ | Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ | Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Polar Noir“ | Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ | Peter Körte, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“| Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ | Marcus Müntefering, „Spiegel Online“ | Ulrich Noller, WDR, „Deutschlandfunk Kultur“, SWR | Frank Rumpel, SWR | Margarete von Schwarzkopf, Literaturkritikerin | Ingeborg Sperl, „Der Standard“ | Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ | Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“.

          Die Jury erreichen Sie per E-Mail unter krimibestenliste@faz.de
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