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Suhrkamp-Verlag : Eine neue Ära bricht an

Übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat: die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz. Bild: dapd

Der vor Gericht jahrelang geführte Existenzkampf ist vorbei. Die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz zieht sich aus dem operativen Geschäft von Suhrkamp zurück. Vorstandchef der neuen AG wird Jonathan Landgrebe. 

          Mit dem heutigen Tag beginnt für den Berliner Suhrkamp Verlag eine neue Ära. Nach der ersten Hauptversammlung der Suhrkamp AG hat der in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Verlag bereits angekündigte personelle Veränderungen vollzogen und bekanntgegeben. Der neue Aufsichtsrat hat demnach Jonathan Landgrebe einstimmig zum alleinigen Vorstand der Suhrkamp Verlag AG bestellt. Die bisherige Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz zieht sich mit sofortiger Wirkung aus dem operativen Geschäft zurück und übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats der Suhrkamp Verlag AG.

          Sandra Kegel

          Redakteurin im Feuilleton.

          Außerdem gab der Verlag bekannt, dass die Insolvenzen sämtlicher Gesellschaften abgeschlossen und alle gerichtlichen Auseinandersetzungen mit der Schweizer Medienholding AG beigelegt wurden. Die Auseinandersetzungen um den Verlag wurden in den vergangenen drei Jahren mit aller Härte geführt und hatten zuletzt zur Insolvenz und der Umwandlung der Rechtsform des Verlags geführt. Dass ausgerechnet Suhrkamp dabei zur Nagelprobe für das neu eingeführte Insolvenzrecht wurde, gab dem Fall eine zusätzliche Dramatik.

          Mehrheit hält die Familienstiftung

          Der Gründungsaufsichtsrat, bestehend aus Gerhart Baum, Hans Magnus Enzensberger und Marie Warburg, wird abgelöst durch Ursula Unseld-Berkéwicz sowie Rachel Salamander und Sylvia Ströher. Als Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung wurden Cheflektor Raimund Fellinger, die Unternehmenssprecherin Tanja Postpischil und der zukünftige kaufmännische Leiter der Verlage Suhrkamp und Insel bestellt. Diese Position ist nach dem Weggang von Gerhard Schneider derzeit vakant.

          Der neue Vorstandschef: Jonathan Landgrebe.

          Die Mehrheit der Suhrkamp-Aktien in Höhe von 61 Prozent besitzt die von Ulla Unseld-Berkéwicz geführte Familienstiftung zusammen mit der jüngst zum Verlag gestoßenen Darmstädter Familie Ströher. In diesem Bündnis verfügt die Familienstiftung über die Stimmrechtsmehrheit, wie es in der Mitteilung weiter heißt, und wird auch fortan die Geschicke des Verlags lenken. Die Medienholding wird nach dem Tod von Hans Barlach nunmehr mehrheitlich dominiert von dem Berliner Unternehmer Dirk Wöhrle. „Der Kreis dieser drei Suhrkamp-Aktionäre ist festgelegt und daran wird sich auch nichts ändern“, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Jonathan Landgrebe im Gespräch mit der F.A.Z.

          Das vollständige Interview mit Jonathan Landgrebe lesen Sie im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11. Dezember.

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