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Hanjin-Insolvenz : Das Herbstprogramm dümpelt im Ozean

  • -Aktualisiert am

Da liegt er nun, der schöne Spitzentitel: Hanjin-Schiff in Singapur. Bild: AFP

Weil viele Verlage aus Kostengründen in Asien drucken lassen, sind auch sie von der Insolvenz der koreanischen Großreederei betroffen: Zahlreiche Bücher kommen wohl nicht rechtzeitig zu Weihnachten an.

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          Die Insolvenz der koreanischen Großreederei Hanjin hat massiven Einfluss auf den internationalen Warenverkehr. Sie belastet das Weihnachtsgeschäft weltweit, und hat auch Auswirkungen auf den deutschen Buchmarkt. Waren im Wert von rund zwölf Milliarden Euro erreichen zurzeit die Adressaten nicht, weil die Schiffe von Hanjin Häfen nicht mehr anlaufen dürfen – weil sie die Liegekosten nicht bezahlen können.

          Den deutschen Buchmarkt trifft dies mit Blick auf die bevorstehende Frankfurter Buchmesse und den Verkauf des Herbstprogramms, berichtet der Branchendienst buchmarkt.de. Verlage, große wie kleine, lassen Bände mit aufwendigen Abbildungen und Kinderbücher aus Kostengründen gerne in Asien drucken – Hanjin ist der Transporteur. Auf Anfrage mögen sich viele Verlage jedoch nicht äußern, ob sie von der Pleite in Asien betroffen sind oder nicht. Einige geben Auskunft. „Wir produzieren nur sehr wenige Titel in Fernost“, sagt etwa Inga Wurzbach, Pressesprecherin des Carlsen Verlags. „In den Containern befinden sich lediglich Kleinstmengen unserer Ware“, sagt Heinrich Hüntelmann vom Ravensburger Verlag.

          Für kleinere Verlage ist der Druck in Asien bisweilen der einzige Weg, einen Titel herauszubringen, vor allem bei Lizenzübernahmen, die an einen Druckstandort zum Beispiel in China gebunden sind. „Man hat die Wahl: Entweder macht man den Titel und der lizenzgebende Verlag bestimmt die Druckerei – in Asien –, oder man lässt den Titel aus, auch wenn man regionale Druckereien fördern will“, sagt Astrid Rüggeberg, Pressesprecherin des Verlags Freies Geistesleben. Zwei ihrer Spitzentitel, die auf der Buchmesse einen Schwerpunkt bilden sollten, befänden sich auf den Containerschiffen von Hanjin. Das sei nun vorerst perdu. Vormerkungen im Wert von 20.000 Euro spielten für den Verlag eine große Rolle. Das gilt erst recht, wenn dieser aus Gründen wie der Reederei-Pleite nicht zu haben ist.

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