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Googles Buchprojekt : Supreme Court weist Einspruch der Autorenvereinigung ab

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Zwanzig Millionen Werke sollen schon digitalisiert worden sein, bis zu hundert Millionen sollen es werden: Scan einer alten Bibel für Googles „Book Search“-Projekt. Bild: AP

Verletzt Google die Urheberrechte, wenn der Konzern Millionen von Büchern digitalisiert? Seit über zehn Jahren kämpft die amerikanische Authors Guild gegen das Projekt. Jetzt hat der Oberste Gerichtshof ihren Einspruch abgewiesen.

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          Google hat in den Vereinigten Staaten einen wichtigen Etappensieg für sein seit Jahren umstrittenes Projekt zur Digitalisierung von Büchern eingefahren. Der Oberste Gerichtshof wies am Montag einen Einspruch der amerikanischen Autorenvereinigung gegen die Entscheidung eines Berufungsgerichts ab, das Googles Buchsuche für rechtens erklärt hatte. Damit bleibt dieses Urteil in Kraft, und Google kann weiterhin Bücher einscannen.

          Der Internet-Konzern hatte 2004 damit begonnen, Millionen von Büchern zu digitalisieren und durchsuchbar zu machen. Bei den Suchergebnissen werden nicht die ganzen Buchtexte angezeigt, sondern nur knappe Auszüge mit den Fundstellen. Die Autoren sahen in dem Vorgehen von Google eine Verletzung des Urheberrechts. Ein Berufungsgericht entschied im vergangenen Juni aber, dass das Einscannen der Bücher und das Vorgehen von Google keinen Verstoß darstellten. Der Internet-Konzern soll inzwischen rund 20 Millionen Werke digitalisiert haben.

          Auf Kosten der kulturellen Vitalität Amerikas

          Im Oktober 2015 hatte das Berufungsgericht entschieden, Googles Buchprojekt erfülle die „Fair Use“-Ansprüche, weil in erster Linie die Öffentlichkeit davon profitieren solle, die Autoren müssten somit nicht bezahlt werden.

          „Geblendet vom Argument öffentlichen Nutzens“, kommentiert Mary Rasenberger, Geschäftsführerin der Authors Guild, die Entscheidung, „besagt das Urteil Berufungsgerichts, Google – und nicht die Autoren – verdiente es, von der Digitalisierung ihrer Bücher zu profitieren.“ Das Gericht habe die Bedeutung der wachsenden Online-Märkte für Bücher und Buchausschnitte missverstanden. Ein möglicher kurzfristiger öffentlicher Nutzen könne auf Kosten der Vitalität der amerikanischen Kultur gehen.

          Auch die Präsidentin der Autorenvereinigung, Roxana Robinson, ordnet die Entscheidung in den größeren Rahmen ein: Sie sieht in der Abweisung „einen weiteren Beleg dafür, dass wir Zeuge einer weitreichenden Umverteilung von Besitz werden, aus dem Kreativsektor in den Technologiesektor – nicht allein bei Büchern, sondern quer durch das Spektrum der Künste“.

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