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Ein Land in der Krise : Zur Zukunft der Demokratie in Amerika

  • -Aktualisiert am

Aktivisten halten im Oktober 2010 bei einer Demonstration eine übergroße Nachbildung der Präambel der amerikanischen Verfassung hoch. Bild: AFP

Das verfassungsmäßig festgeschriebene Verständnis von Demokratie war für mich als im Exil gebürtiger amerikanischer Staatsangehöriger von Beginn an das Wahrzeichen für bürgerliche Autonomie. Wie steht es darum in der Trump-Ära? Ein Gastbeitrag.

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          Schon früh spürte ich als in Amerika gebürtiges Kind – zuerst vor allem atmosphärisch und dann immer bewusster – die tiefe demokratische Überzeugung meiner Eltern und Großeltern. Sie hatten sich in ihrem amerikanischen Exil schon bald den Grundcharakter der amerikanischen Verfassung von 1787, der ältesten der Welt, angeeignet. Die ersten Worte der Präambel dieser Verfassung waren ihnen rasch in Fleisch und Blut übergegangen: „We the people of the United States“. Nicht um „Our Nation“ oder „Our Country“ ging es dort, nicht um ein überindividuelles, ideologisch abstraktes, hierarchisch gegliedertes und Gehorsam und Unterordnung forderndes Staatsgebilde und schon gar nicht um eine „Volksgemeinschaft“. Im Zentrum stand vielmehr die freie Vereinigung freier, individueller Menschen: We the people.

          Meine Familie hatte 1933 die schlimmste „Volksgemeinschaft“, die es je gegeben hat, das nationalsozialistische Deutschland, verlassen, und sie war rechtzeitig vor Kriegsausbruch aus Europa in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Einige Jahre später wurden sie amerikanische Staatsbürger. Ihre politische Überzeugung übertrug sich am Ende des Zweiten Weltkriegs langsam immer bewusster auch auf mich.

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