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Bücherdieb Filippo Bernardini : Wie weit würde man gehen, um ein Buch zu lesen?

  • -Aktualisiert am

Das New Yorker Hauptquartier der Verlagsgruppe Simon & Schuster, bei der Filippo Bernardini angestellt war Bild: Imago

Die Verlagsbranche fragte sich jahrelang, wer hinter dem mysteriösen Diebstahl unveröffentlichter Manuskripte steckt. Dass jetzt ein Täter gefunden wurde, erklärt einige, aber nicht alle bekannten Fälle. Gastbeitrag einer doppelten Branchenkennerin.

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          Für gewöhnlich denkt man bei der Verlagsbranche nicht gerade an Festnahmen durch das FBI. Eigentlich ist sie eine Welt voller Nerds, an deren wildesten Tagen vielleicht mal eine Line Koks auf der Buchmesse gezogen oder versucht wird, außerehelich mit jemandem zu schlafen – als Zielscheibe genialer Krimineller ist sie nicht bekannt (nicht zuletzt, weil es nicht so viel zu holen gibt). Das änderte sich auf dramatische Weise, als am Mittwoch, den 5. Januar ein junger, in London lebender Verlagsangestellter namens Filippo Bernardini am New Yorker JFK-Flughafen vom FBI verhaftet wurde. Gefolgt von einer Anklage wegen Betrugs unter Einsatz von Telekommunikationsmitteln und wegen schweren Identitätsdiebstahls scheint diese spektakuläre Festnahme wie die lang ersehnte Lösung eines Rätsels, das die Verlagsbranche weltweit gut fünf Jahre beschäftigte: der mysteriöse und unerklärliche Diebstahl von unveröffentlichten Manuskripten.

          Bücher existieren lange vor ihrem Erscheinen, manchmal jahrelang, und werden in verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung in Manuskriptform verschickt. Von Autorinnen zu Agenten, zu Lektorinnen, Literaturscouts, Filmagentinnen und deren Scouts und so weiter und so fort. In vielen Fällen werden die Übersetzungs- und Filmrechte von Büchern verkauft, lange bevor die breite Öffentlichkeit überhaupt von ihnen gehört hat.

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