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Buchgroßhändler gerettet : Zeitfracht übernimmt KNV

  • Aktualisiert am

KNV-Firmensitz in Stuttgart Bild: dpa

Mehr als vier Monate Unsicherheit in der Verlagsbranche haben ein Ende gefunden: Das Logistikunternehmen Zeitfracht übernimmt den größten deutschen Buch- und Mediengroßhändler. KNV war seit Februar insolvent.

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          Der insolvente Buch- und Mediengroßhändler Koch, Neff & Volckmar (KNV Gruppe) wird an das Logistikunternehmen Zeitfracht verkauft. Dies teilte KNV-Insolvenzverwalter Tobias Wahl an diesem Mittwoch in Stuttgart mit. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Alle Standorte und gleichfalls die 1600 Arbeitsplätze sollen demnach erhalten bleiben. KNV ist der größte deutsche Buch- und Mediengroßhändler und hatte am 14. Februar wegen Überschuldung Insolvenz beantragt.

          Für das Unternehmen gab es mehrere Interessenten. Wahl sagte: „Durch die Bündelung von Know-how und die Nutzung der jeweiligen Stärken beider Seiten ergeben sich erhebliche Synergien.“ Zeitfracht ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Berlin. Der Mittelständler zählt über 1800 Beschäftigte. Der Umsatz im vergangenen Jahr betrug über 350 Millionen Euro. Zuletzt hatte Zeitfracht im Februar die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) von Eurowings übernommen. In die Luftfahrt war der Lastwagen-Spediteur 2017 eingestiegen.

          Zeitfracht-Manager Frank Schulze sagte, es werde auf eine Weiterentwicklung des gesamten Geschäfts von KNV gesetzt. Zudem stärke der Kauf der KNV Gruppe die Logistiksparte der Zeitfracht-Gruppe erheblich. Beispielsweise werde durch die Übernahme eines der größten und modernsten Logistikzentren in Europa in Erfurt durch die Zeitfracht-Gruppe verstärkt genutzt.

          KNV fungiert als Bindeglied zwischen Verlagen und Buchhandlungen. Der Händler hat ständig rund 590.000 lieferbare Titel von mehr als fünftausend Verlagen am Zentrallager in Erfurt vorrätig. Nach Angaben auf der Unternehmens-Homepage werden insgesamt 5600 Buchhandelsfilialen beliefert, davon 4200 in Deutschland, achthundert in Österreich und der Schweiz sowie sechshundert Buchhandlungen in anderen Ländern.

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