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Staatsschutz ermittelt : Hildmann: Veganer kocht mit rechts

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Würden Sie diesem Mann ein veganes Kochbuch abkaufen? Bild: Reuters

Attila Hildmann ist politisch schon lange jenseits der Zurechnungsfähigkeit zu verorten. Im Internet werden nun Stimmen laut, seine Bücher aus dem Handel zu verbannen. Probleme macht dem ehemals veganen Koch nun auch der Staatsschutz.

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          Nach Attila Hildmanns neuerlichen Äußerungen über den Grünen-Politiker Volker Beck mehren sich bei Twitter Forderungen nach einem Boykott von Büchern des Vegan-Kochs. Unter den Hashtags #ThaliaBoykott und #AttilaHildmann rufen Nutzer dazu auf, die Werke des 39 Jahre alten Berliners nicht mehr zu vertreiben. Hildmann selbst hatte zuvor auf einer Kundgebung in Berlin gesagt: „Also wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihm die Eier zertretet auf 'nem öffentlichen Platz.“

          Der Staatsschutz der Berliner Polizei hat unter anderem auch wegen dieser Aussage Ermittlungen gegen Hildmann aufgenommen. Weiter wird dem Verdacht auf Volksverhetzung und Verharmlosung des Holocausts nachgegangen. Von Amts wegen seien zwei Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Es geht insgesamt um Äußerungen, die Hildmann als Anmelder einer Versammlung am Samstag in Berlin getätigt haben soll. Die Polizei habe dem Verfahren öffentlich zugängliches Videomaterial als Beweismittel hinzugefügt. Das Material werde ausgewertet.

          Die Berliner Staatsanwaltschaft twitterte am Nachmittag: „Wegen mutmaßlich antisemitischer öffentlicher Äußerungen Attila Hildmanns auf „Hygienedemonstrationen“ in Berlin sind bei der Staatsanwaltschaft Berlin Ermittlungen u.a. wegen des Verdachts der Bedrohung eingeleitet worden“.

          Die Boykott-Forderungen von Hildmanns Büchern richten sich zwar an alle Buchhändler und Leser, speziell aber an Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia. Der Marktführer im Sortimentsbuchhandel hatte allerdings bereits am 15. Juni auf Anfrage schriftlich mitgeteilt: „Wir sehen aktuell keinen Grund zum Anlass, die Bücher von Herrn Hildmann aus unserem Sortiment zu entfernen. Selbstverständlich steht es unseren Kunden frei, zu entscheiden, welche Bücher sie bei uns bestellen und welche nicht.“

          Das sehen auch einige der an der Diskussion Beteiligten so. Eine Nutzerin schreibt: „Ich mag weder Hildmann noch Menschen, die seine Bücher kaufen. Aber: Noch sind sie nicht verboten. Wollen wir wirklich darauf hinarbeiten, dass Händler legale Bücher verbannen?“ Der Vegan-Koch Hildmann äußert sich immer wieder öffentlich mit radikalen Positionen, etwa zu Corona oder dem Nationalsozialismus. Beim Instant-Messaging-Dienst „Telegram“ folgen ihm rund 67.000 Menschen.

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