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Bekenntnisse des Alkoholikers : Zum Abfüllen bereit

  • -Aktualisiert am

Was passiert beim Rausch im Gehirn? Borowiak erklärt es als eine Art Massenschlägerei unter den Neurotransmittern im Wirtshaus. Bild: dpa

Kein Moralisieren, kein Mahnen und zum Glück auch gar kein Sachbuch: Wenn Wolfgang Berger aus den Erfahrungen des Autors und Satirikers Simon Borowiak mit dem Alkohol als Sucht liest, können alle etwas lernen.

          Natürlich gibt es ganze Regale voller Literatur über Alkoholismus. Aber die Fachbücher sind oft zu fachlich, die Bekenntnisse der Betroffenen zu betroffen. Viele Bücher zum Thema nerven zudem durch esoterisches Geschwurbel oder religiöse Missionierung – schließlich gilt es, die Schäfchen ins Trockene zu bringen. Der Schriftsteller und Satiriker Simon Borowiak macht es ganz anders. Sein Buch „Alk“, dessen erweiterte Neuauflage nun als Hörbuch zu genießen ist, verzichtet auf alles Moralisieren und Mahnen und geht den Suchtteufel mit einer bissigen Komik an, die sich der qualvoll erworbenen Erfahrungstiefe verdankt. Borowiak teilt die Trinker in drei Grundtypen ein: Hobby-Trinker, Amateure und Profis, und es kann kein Zweifel bestehen, dass er selbst Vollprofi gewesen ist, „Quartalssäufer“, mit immer lebensgefährlicheren Rückfällen und Entzügen.

          Als einer, der sich so oft von den Verlockungen des „Cravings“ hat austricksen lassen, schaut er mit dem „Ich-lass-mir-nichts-mehr-vormachen“-Desillusionsblick auf die Sucht-Gesellschaft. Etwa zehn Millionen Deutsche sind abhängige oder problematische Trinker. Rechnet man die Menschen hinzu, die darunter leiden – Kinder und Partner an erster Stelle –, so bekommt die Zahl noch erschreckendere Dimensionen. Kaum erstaunlich, dass Borowiak das Gerede vom Alkohol als „Kulturgut“ schwer erträglich findet. Dabei streitet er nicht ab, dass es eine Mehrheit von unproblematischen Trinkern gibt, die sich an ihren Weinen, Bieren und Schnäpsen erfreut, herzlich unbekümmert darum, welch destruktive Kraft ihr Genussmittel bei so vielen Menschen entfaltet. Tabu ist das Trinken allein; man darf aber immer dort, „wo mehrere des Alkoholismus absolut Unverdächtige mittrinken“. Dieses legitimierende Miteinander ist der Grund dafür, weshalb Abstinente allgemein mit wenig Verständnis rechnen dürfen: Sie sind Spielverderber.

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