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Arabische Verlage im Libanon : Es geht nicht um das, was in den Büchern steht

  • -Aktualisiert am

Es gibt viel Auswahl, aber ganz frei sind die Gedanken im Libanon leider nicht: Blick auf die arabische Buchmesse in Beirut vom vergangenen Winter. Bild: EPA

Noch immer ist der Libanon die wichtigste Verlagsadresse in der arabischen Welt. Aber die guten Geschäfte werden in anderen Staaten gemacht. Ein Besuch bei Büchermachern in Beirut.

          8 Min.

          Jabbour Douaihy redet die Sache klein, vielleicht weil er weiß, dass sie groß ist. In seinem jüngsten Roman erzählt der libanesische Autor von einem Schriftsteller, der nach einem Verleger sucht, aber Douaihy sagt, er habe das Buch nur geschrieben, um sich ein bisschen zu amüsieren. Also schickt er seinen hoffnungsvollen Helden durch Beirut. Lässt ihn auf Desinteresse stoßen. Auf Verleger, die viertausend Dollar von ihm wollen, für Druck, Bindung und Korrektur. Und auf den Mythos, den der Roman von Jabbour Douaihy schon in seinem Titel trägt. Er heißt „Toubi’a fi bayrout“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Gedruckt in Beirut“ und auf ein uraltes arabisches Bonmot anspielt: Kairo schreibt, Beirut druckt, und Bagdad liest.

          Lena Bopp

          Redakteurin im Feuilleton.

          „Es ist noch immer ein sehr verbreiteter Wunsch unter arabischen Autoren, sich in Beirut verlegen zu lassen“, sagt Douaihy, der sich als einer der wichtigsten Intellektuellen seines Landes diesbezüglich keine Sorgen mehr machen muss. Seine Bücher werden regelmäßig ins Französische übersetzt, auch sein jüngster Roman, dessen heitere Ironie nicht darüber hinwegtäuschen kann, welch wahrer Kern in ihm steckt, nicht nur, was die Vergangenheit angeht. Buchdruck und Verlagswesen waren im Libanon schon früh florierende Geschäftszweige.

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