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Suhrkamps Generalbevollmächtigter im Gespräch : Sanierungsfreundliches Werkzeug

  • Aktualisiert am

Frank Kebekus Bild: Michael Dannemann

Scheitern kann man immer, trotzdem bedeutet das Schutzschirmverfahren für Suhrkamp eine Chance. Der Berliner Jurist Frank Kebekus erklärt, warum.

          1 Min.

          Herr Kebekus, Suhrkamp meldet Gläubigerschutz an. Dabei benutzt der Verlag ein erst im letzten Jahr neu geschaffenes Gesetz. Was macht den Unterschied zum alten Insolvenzrecht aus?

          Das sogenannte Schutzschirmverfahren gibt es erst seit dem 1. März 2012. Die Besonderheit ist, dass ein Unternehmen nur dann in ein solches Verfahren darf, wenn es nicht zahlungsunfähig ist, ein „Experte“ das bestätigt und gleichzeitig auch die grundsätzliche Sanierungsfähigkeit testiert hat. Wenn das Gericht das Verfahren akzeptiert, wird eine Frist zur Vorlage eines Insolvenzplans von maximal drei Monaten gesetzt.

           Gibt es schon vergleichbare Fälle, die nach dieser neuen Regelung entschieden wurden?

          Ja, es gibt schon diverse Verfahren gemäß Paragraph 270a, 270b der Insolvenzordnung, nach meiner Kenntnis aber nicht im Verlagswesen.

          Rückt damit das Deutsche Insolvenzrecht näher an das amerikanische „Chapter 11“ heran?

          Das Schutzschirmverfahren ist sicherlich kein „Chapter 11“, es gibt den Unternehmen aber ein neues und sanierungsfreundliches Werkzeug an die Hand.

          Wie weit greift dieses Verfahren in die Gesellschafterstruktur ein? Können Beteiligungsgrößen verändert werden?

          Im Insolvenzplan können auch alle zulässigen gesellschaftsrechtlichen Maßnahmen vereinbart werden, sofern die Gläubigergruppen zustimmen.

          Können Gewinnansprüche von Gesellschaftern in Eigenkapital umgewandelt werden? Und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?

          Ja, es gibt den sogenannten „debt equity swap“, aber nicht gegen den Willen der Gesellschafter.

          Wie hoch schätzen Sie das Risiko des Scheiterns bei diesem Verfahren ein?

          Scheitern kann man immer, es wird eine Frage der professionellen Vorbereitung sein.

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