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Suhrkamp : Gericht bestätigt Insolvenzplan

Auf dem Weg zur Aktiengesellschaft: Suhrkamp will sich eine neue Form geben Bild: dpa

Suhrkamps Plan, sich durch ein Insolvenzverfahren in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln, steht nichts mehr im Weg. Der Widerspruch von Miteigentümer Hans Barlach scheiterte vor Gericht.

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          Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat am 6. August das Insolvenzverfahren bei Suhrkamp in Eigenverwaltung eröffnet. Der im Rahmen dieses Verfahrens vorzulegende Insolvenzplan sieht die Umwandlung des Suhrkamp Verlags in eine Aktiengesellschaft vor, wie der Verlag auf Anfrage bestätigt hat. Diese Umwandlung sichere die Existenz und die Handlungs- und Planungsfähigkeit von Suhrkamp. Damit verbunden ist der Erhalt sämtlicher bestehender Arbeitsplätze.

          Sandra Kegel

          Verantwortliche Redakteurin für das Feuilleton.

          Die an Suhrkamp minderheitlich beteiligte Medienholding hatte gegen das am 27. Mai eingeleitete Schutzschirmverfahren, die Eigenverwaltung und die Eröffnung des Insolvenzverfahren geklagt. Durch die Entscheidung des Amtsgericht Berlin-Charlottenburg ist sie damit gescheitert.Durch die Änderung der Rechtsform des Suhrkamp Verlags wird der  Gesellschafterstreit, der das Insolvenzverfahren ausgelöst hatte, das operative Geschäft des Verlags nicht länger beeinflussen können. Zukünftig wird ein Vorstand, kontrolliert von einem durch die Aktionäre gewählten Aufsichtsrat, eigenverantwortlich handeln.

          Der Formwechsel des Verlags berührt die Gesellschafterstellung der Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung und der Medienholding AG nicht, wie es heißt. Die Gesellschafter werden als Aktionäre weiterhin am Verlag beteiligt sein. Ihre Mitwirkungs- und Einflussrechte ergeben sich künftig aus dem Aktienrecht.

          Für den Fall, dass ein Gesellschafter an dem in die Rechtsform einer Aktiengesellschaft umgewandelten Verlag nicht mehr beteiligt sein möchte, sieht der Insolvenzplan ein Abfindungsangebot vor. Damit wird jedem der Gesellschafter die Möglichkeit eröffnet, seine Aktien gegen Erhalt eines Abfindungsbetrags an die Gesellschaft oder - mit Zustimmung des Verlags - an einen Dritten zu übertragen.

          Darüber hinaus sieht der Insolvenzplan vor, dass der Insel Verlag, der operativ vollständig vom Suhrkamp Verlag abhängig ist, Tochtergesellschaft des Suhrkamp Verlags wird. Damit wird die gesellschaftsrechtliche Struktur der Verlagsgruppe entscheidend vereinfacht.

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