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Gerichtsurteil : Geschäftsführung von Suhrkamp bleibt im Amt

Fassade der Berliner Verlagszentrale Bild: dpa

Das Berliner Kammergericht hebt das Urteil auf, mit dem 2012 die Suhrkamp-Geschäftsführung abberufen worden war. Doch der Prozess ist längst zu einem Nebenschauplatz im Kampf um den Verlag geworden.

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          Drei Schritte vor, zwei zurück: Das seit Jahren vor diversen Gerichten ausgetragene Duell zwischen dem Suhrkamp Verlag und seinem Minderheitseigner Hans Barlach um die Vorherrschaft im Hause gleicht immer mehr der Echternacher Springprozession. Schien kürzlich für Barlach alles wieder einen großen Schritt vorwärtsgegangen zu sein, als der Bundesgerichtshof den vom Berliner Landgericht akzeptierten Insolvenzplan von Suhrkamp an die erste Instanz zurückverwies, so hat er nun einen - vergleichsweise - kleinen Rückschritt erlitten, denn das Berliner Kammergericht hat an diesem Dienstag gleichfalls eine Entscheidung des Berliner Landgerichts nicht akzeptiert, die im Dezember 2012 zugunsten Barlachs ausgefallen war.

          Andreas Platthaus

          Verantwortlicher Redakteur für Literatur und literarisches Leben.

          Damals hatte das Landgericht Barlachs Klage auf Entlassung der gesamten Geschäftsführung, der die Mehrheitseignerin Ulla Unseld-Berkéwicz vorsteht, stattgegeben, weil es bei einem früheren Gesellschafterbeschluss über diese Frage die Rechte Barlachs nicht ausreichend gewahrt sah. Zugleich urteilte das Gericht auch, dass die Entlastung der Suhrkamp-Geschäftsführung für das Jahr 2010 nicht ordnungsgemäß erfolgt sei. Diese Entscheidung war damals der erste große juristische Sieg Barlachs gegen den Verlag, der dadurch führungslos zu werden drohte. Bis zur jetzt erfolgten Revisionsentscheidung allerdings konnte die alte Geschäftsführung im Amt verbleiben.

          Und das kann sie nun auch dauerhaft tun, denn eine weitere Revision ließ das Kammergericht nicht zu. Nur ist mittlerweile der Kampf um Suhrkamp mit dem Insolvenzverfahren, das zum Ziel hat, Barlachs Minderheitenanteile in den weitaus weniger privilegierten Aktienbesitz an einer neu zu gründenden Kapitalgesellschaft umzuwandeln, in ein ganz anderes Stadium eingetreten. Sah mit der Genehmigung des zugehörigen Insolvenzplans durch das Berliner Landgericht der Verlag schon wie der sichere Sieger über Barlach aus, ist das durch die Ende Juli ergangene BGH-Zurückverweisung dieser Entscheidung wieder in Frage gestellt. So ist der jetzige Sieg für Suhrkamp nur insofern wertvoll, als Barlach damit eine zusätzliche Waffe aus der Hand genommen ist. Die eigentliche Schlacht aber wird dann ausgetragen, wenn vor dem Landgericht der Insolvenzplan zur neuerlichen Begutachtung ansteht.

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