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Kampf um Suhrkamp : Barlach ist draußen

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Vom Bundesverfassungsgericht kurz abgefertigt: Hans Barlach darf dem Rettungsversuch der Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkewicz nicht mehr im Weg stehen Bild: dpa

Seit einer Ewigkeit währt der Streit um den Suhrkamp-Verlag. Jetzt dürfte ihn der Minderheitsaktionär Hans Barlach endgültig verloren haben. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden.

          Hans Barlach, der Minderheitsaktionär von Suhrkamp, bleibt im juristischen Tauziehen um den Verlag auf der Verliererstraße. Er ist vor dem Bundesverfassungsgericht mit zwei Verfahren gescheitert. Barlach hatte eine einstweilige Anordnung beantragt, um den Insolvenzplan aufzuhalten, und er hatte eine Verfassungsbeschwerde vorgelegt, weil er sich durch die Insolvenz in seinen Rechten als Minderheitsaktionär beschnitten sieht. Das Bundesverfassungsgericht nahm diese Beschwerde nicht an und fertigte Barlach kurz ab. Er habe „nicht hinreichend substantiiert dargelegt“, dass er durch das Insolvenzverfahren „unmittelbar in eigenen Rechten betroffen“ sei (2 BvR 1978/13).

          Über die Annahme einer zweiten Verfassungsbeschwerde, die im Namen von Barlachs Medienholding AG eingereicht wurde, hat das Bundesverfassungsgericht noch nicht entschieden.

          Barlachs Antrag auf eine einstweilige Anordnung lehnte das Bundesverfassungsgericht aufgrund einer „Folgenabwägung“ ab. Ergehe die Anordnung, drohe „die Umsetzung des Insolvenzplans und die damit beabsichtigte Sanierung“ endgültig zu scheitern. Suhrkamp habe glaubhaft gemacht, dass der Verlag bei einer weiteren Verzögerung des Insolvenzplans „spätestens ab dem Monat Juni 2015“ nicht mehr in der Lage sein werde, die fälligen Verbindlichkeiten zu begleichen. Es bestehe die Gefahr, dass die beabsichtigte Rettung von Suhrkamp scheitere oder der Verlage zerschlagen werde. Das würde zu großen Einbußen der Gläubiger, einem Verlust von Arbeitsplätzen und „zur völligen Wertlosigkeit“ der Anteile am Suhrkamp-Verlag führen.

          Anfang des Monats hatte das Bundesverfassungsgericht das Insolvenzverfahren noch gestoppt. Der Bundesgerichtshof hatte Barlachs zivilrechtliche Beschwerde gegen den Insolvenzplan zwischenzeitlich zur abermaligen Prüfung an das Berliner Landgericht verwiesen.

          Jetzt aber dürfte dem Plan, Suhrkamp in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln, wogegen sich Barlach wendet, weil er damit seinen Einfluss verliert, nichts mehr im Weg stehen. Hans Barlach hält am Suhrkamp-Verlag 39 Prozent, die Verleger-Witwe Ulla Unseld-Berkéwicz 61 Prozent der Anteile.

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