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Suhrkamp-Verlag : Unseld-Berkéwicz als Verlags-Chefin abberufen

Ulla Unseld-Berkéwicz
          1 Min.

          Die Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz ist als Geschäftsführerin der Verlagsleitung GmbH abberufen worden. Das Landgericht Berlin bestätigte am Montag einen entsprechenden Beschluss der Gesellschafterversammlung vom November 2011. Die Abberufung der Geschäftsführung in den Verlagen (Suhrkamp und Insel), der neben Frau Unseld-Berkéwicz, Jonathan Landgrebe und Thomas Sparr angehören, erfolgt nicht unmittelbar. Vielmehr wird die Verlagsleitung angewiesen, die drei Geschäftsführer abzuberufen.

          Sandra Kegel
          Verantwortliche Redakteurin für das Feuilleton.

          Weiterhin verurteilte das Berliner Gericht die Geschäftsführer gesamtschuldnerisch zu einem Schadenersatz in Höhe von 282.486 Euro. Durch die Vermietung von Räumen der Privatvilla der Verlegerin an Suhrkamp sei ein Mietschaden - also ungerechtfertigte Kosten - in dieser Höhe entstanden.

          Das Gericht gab damit dem Minderheitsgesellschafter, vertreten durch Hans Barlach, recht, der dies beanstandet hatte. Der Hamburger Unternehmer ist zu 39 Prozent an den Verlagen beteiligt, Frau Unseld-Berkéwicz hält über die Unseld-Familienstiftung die restlichen 61 Prozent. Solange die Entscheidung nicht rechtskräftig ist, so der Berliner Anwalt Peter Raue, ändere sich nichts an der derzeitigen Geschäftsführung. Er gehe davon aus, dass die Verlagsspitze gegen das Urteil in Berufung geht. Noch liegt die Begründung des Gerichts nicht vor.

          Hans Barlach betrieb in verschiedenen Verfahren die Ablösung der Verlegerin und der weiteren Geschäftsführer. Im Jahr 2006 war er mit seiner Medienholding in den Verlag eingestiegen. Seither gibt es Streit zwischen den Gesellschaftern. Der 1950 von Peter Suhrkamp gegründete Verlag wird seit 2003 von der Witwe des legendären Verlegers Siegfried Unseld geführt. Nach dem Umzug von Frankfurt nach Berlin vor drei Jahren hatte sich die Situation im Haus zunächst beruhigt, ehe der Streit nun eskalierte. Beide Gesellschafter haben Kaufangebote der jeweils andere Seite abgelehnt. Parallel wird am Frankfurter Landgericht auf Antrag der Medienholding über die Auflösung des Verlages verhandelt. Das Urteil wird für den 13. Februar erwartet. Das Ende des Suhrkamp Verlages in seiner bisherigen Form scheint eingeläutet.

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