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Günter Grass’ letztes Buch : Was der Dichter noch zu sagen hatte

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„Beim Häuten der Zwiebel“: Der Schriftsteller begutachtet die Ausgabe, 2006 im Garten seines Ferienhauses auf der dänischen Insel Mön. Bild: dpa

Günter Grass hat bis kurz vor seinem Tod an seinem letzten Buch gearbeitet. Der Steidl Verlag bringt es bald heraus. Der Titel lautet: „Von Endlichkeit“.

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          Kurz vor seinem Tod hat Günter Grass die Arbeit an einem neuen Buch beendet. „In der vergangenen Woche haben wir zusammen gegessen und das Werk in die letzte Fassung gebracht“, sagte der Verleger des Literaturnobelpreisträgers, Gerhard Steidl, in Göttingen. „Wir haben das Buch in der letzten Woche buchstäblich fertig gemacht, es ist druckreif. Wir hätten jetzt an Feinarbeit gebastelt“, sagte Steidl.

          Das Buch mit dem Titel „Von Endlichkeit“ beinhalte sowohl Lyrik als auch Prosa und sei „ein kleines literarisches Experiment“, sagte Steidl. Der Band werde im Juli oder August erscheinen. Auszüge würden während einer Lesung am 12. Juni in Göttingen vorgestellt. An diesem Tag wird in einem dem Verlag gehörenden Haus das Günter-Grass-Archiv eröffnet. Steidl besitzt seit 1993 die Weltrechte an dem Werk von Grass.

          Gesamtkunstwerk Buch

          Günter Grass sei stets „fordernd, aber nicht anstrengend“ gewesen, sagte sein Verleger. „Das Arbeitsverhältnis war geprägt von Respekt.“ Grass habe sich entgegen üblicher Gepflogenheiten nicht von einer literarischen Agentur vertreten lassen. Er habe vielmehr stets darauf geachtet, „dass er einen Fuß im Verlag hatte“. Grass sei in die Gestaltung seiner Bücher einbezogen gewesen, „bis hin zum Schutzumschlag“.

          Im Nachlass von Grass befänden sich vermutlich weitere Manuskripte, sagte Steidl. Das Material sei zwar noch nicht abschließend gesichtet, aber „ich glaube, vor allem im Bereich der Lyrik gibt es noch einiges zu entdecken“. Steidl kündigte an, er wolle gemeinsam mit der Göttinger Universität das „bildende Werk“ von Grass aufarbeiten.

          Nie ohne Pfeife: Günter Grass im Jahr 2005 irgendwo auf der Strecke zwischen Fulda und Dresden. Bilderstrecke

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