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„Stauffenberg“-Vorabdruck : Ethos der Tat

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„Und was ihr heut nicht leben könnt wird nie“: Stefan George (1868 bis 1933) mit den Brüdern Claus und Berthold von Stauffenberg 1924 im Pförtnerhäuschen in Berlin-Grunewald. Bild: akg-images

Wenn es einen geistigen Urheber des Hitler-Attentats am 20. Juli 1944 gab, dann war es Stefan George. Niemand hat Claus von Stauffenberg so geprägt wie der Dichter. Ein Vorabdruck.

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          Was geht in einem Menschen vor, der nach monatelangen sorgfältigen Planungen eines Komplotts im Moment der Ausführung feststellt, dass denen, mit denen gemeinsam er auf diesen Tag hingearbeitet hat, die Nerven versagen? Welches Loch tut sich vor ihm auf, wenn diejenigen, ohne die er vielleicht niemals in die Rolle des Attentäters gefunden hätte, ihn im entscheidenden Augenblick von der Tat abzuhalten suchen? Wie kommt jemand aus einer solchen Situation heraus, ohne den Glauben an die gemeinsame Sache zu verlieren, woher nimmt er die Kraft, es noch einmal zu versuchen?

          Entscheidend für die Standfestigkeit Stauffenbergs in den zwei Wochen zwischen dem 6. und 20. Juli war die vollkommene Übereinstimmung mit Ludwig Beck. Der Generaloberst, für den es jetzt keine Alternative zur Ermordung Hitlers mehr gab, habe „die revolutionäre Dynamik und geradezu metaphysisch gegründete Entschlossenheit Stauffenbergs“ erkannt und ihm deshalb vertraut, so der Beck-Biograph Klaus-Jürgen Müller.

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