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Schriftsteller Ian McEwan : Wir sehnen uns nach künstlichen Menschen

Ich will nicht schockieren, aber mir ist es wichtig, die Totalität des Daseins zu beschreiben: Ian McEwan Bild: Camera Press

Muss man sich bei Siri bedanken? Was hat der Brexit mit KI zu tun und darf ein Algorithmus moralische Entscheidungen treffen? Eine Begegnung in London mit Ian McEwan, dessen neuer Roman nächste Woche erscheint.

          6 Min.

          Ihr Erzähler Charlie schafft sich einen künstlichen Menschen an, „als Gefährten, intellektuellen Sparringspartner, als Freund und Faktotum“. Er heißt Adam, wie der erste Mensch, und mit Charlie und dessen Freundin Miranda entsteht eine Dreierbeziehung. Im Zentrum des Romans steht die Frage, ob Androiden emotionale Intelligenz besitzen könnten, ob Maschinen zu Gefühlen fähig sind. Was hat Sie daran interessiert?

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Ich bin schon immer an Neurowissenschaft interessiert gewesen, und an dem, was man das „Leib-Seele-Problem“ nennt, also der Frage, ob eine Maschine denken kann. Das hat den Mathematiker und Kryptologen Alan Turing bereits in den dreißiger Jahren beschäftigt. Turing sagte in den vierziger Jahren, man sei nur zehn Jahre entfernt von einer denkenden Maschine. Inzwischen wissen wir, wie kompliziert das Gehirn ist. Trotzdem sind in den letzten zehn Jahren große Fortschritte gemacht worden. Man braucht nur an die künstliche Intelligenz des Smartphones zu denken, oder die jüngsten Flugzeugunglücke, die mit den Versagen von künstlicher Intelligenz zu tun hatten, um zu sehen, wie die Technologie in unser Leben eindringt. Neulich habe ich meine Frau dabei ertappt, wie sie sich bei Siri bedankte.

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