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„Schloss“-Ausgabe ist Kunstaktion : Kafka als Kassiber

  • -Aktualisiert am

Hinter der fehlerhaften Ausgabe von Kafkas „Schloss“ steckt eine Kunstaktion. Die Fehler sind anscheinend bewusst initiiert worden, um Österreichs Bildungssystem wachzurütteln.

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          Ha! Europa ist besser, als man zu unterstellen bereit ist. Das Unterfangen des ominösen Gehlen & Schulz Verlags, massiv fehlerhafte, EU-subventionierte Kafka-Bücher an Schulen zu verschenken, über das auch dieses Feuilleton berichtete, hat sich als Kunstaktion der österreichischen Gruppe „The Birdbase“zu erkennen gegeben.

          Zu Recht also hat die EU-Kommission auf Nachfrage die Förderung dementiert. Die unbeholfenen Pressemitteilungen des Verlags ließen zunächst auch einen Witz vermuten, doch dann tauchten die fehlerhaften Bücher kistenweise auf: Eintausend wertlose Exemplare von „Das Schloss“ wurden für die Aktion tatsächlich gedruckt und auch an deutsche Schulen geschickt.

          Ein gelungener Scherz mit Aufwand. Warum aber das Ganze? Es handele sich um Kritik am Bildungssystem Österreichs, hat die Gruppe der Zeitung „Die Presse“ per E-Mail mitgeteilt: „Wir wollen, dass ein Land wieder redet, denkt und nicht vor sich hin schweigt“ - was ein wenig an den Sound der Pressemitteilungen erinnert. Vielleicht ist die ominöse Künstlergruppe auch nur eine Erfindung der EU, um sich elegant aus der Affäre zu ziehen?

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