
„Das beherrschte Geschlecht“ : Wem gehört die Sexualität der Frau?

Einst galten sexuell desinteressierte Frauen als tugendhaft, dann als frigide, jetzt als funktionsgestört: Sandra Konrads Geschichte der weiblichen Sexualität ist äußerst lehrreich, neigt aber zu steilen Behauptungen.
Dieses Buch dürfte jetzt schon eines der am meisten missverstandenen Werke des Jahres sein. Und es war ein Missverständnis mit Vorsatz: „Warum sie will, was er will“, lautet der Untertitel, und auch der Klappentext insinuiert, dass die weibliche Sexualität von männlichen Vorstellungen diktiert wird. Da stellen sich sofort ein paar methodische Fragen: Wie will man herausfinden, was die unverfälschten weiblichen Vorstellungen sind, wenn doch alle Frauen mit Männern aufgewachsen sind? Und verläuft die Grenze der Vorstellung davon, wie guter Sex auszusehen hat, wirklich trennscharf zwischen Männern und Frauen?





