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Krise am deutschen Buchmarkt : Es fehlen die Bestseller

  • Aktualisiert am

Die Bücher sind da, nur die Käufer fehlen: Bertelsmann-Filiale in Berlin Bild: Picture-Alliance

Fehlende Gassenhauer und anhaltende Strukturprobleme: Die Erlöse im deutschen Buchmarkt gehen weiter zurück. Doch der Einzelhandel frohlockt.

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          Die Umsätze am deutschen Buchmarkt schrumpfen weiterhin. Branchenweit fielen 2014 die Erlöse um 2,2 Prozent auf 9,32 Milliarden Euro. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begründete das Minus neben dem Mangel an Top-Sellern wie der „Shades of Grey“-Reihe mit dem anhaltenden Strukturwandel. Große Buchhandelsketten verkleinern ihre Verkaufsflächen in den Städten. Zusätzlich führte die Insolvenz der Weltbild-Gruppe zu Schließungen.

          Trotz der schlechten Lage am deutschen Buchmarkt kann sich der Einzelhandel über einen positiven Aspekt freuen: Mit einem Minus von 1,2 Prozent kam der klassische Buchhandel deutlich besser davon, als die Internetkonkurrenz. Der Onlinehandel verlor mit 3,1 Prozent noch stärker als im Vorjahr. „Es gibt eine Rückbesinnung auf den stationären Buchhandel“,sagte der Vorsteher des Verbandes, Heinrich Riethmüller, am Dienstag in Frankfurt. Jedes zweite Buch werde im Einzelhandel verkauft.

          Weniger Neuerscheinungen

          Auch das Wachstum bei E-Books ist im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Der Anstieg lag nur noch bei 7,6 Punkten und der Umsatzanteil der digitalen Bücher am Publikumsmarkt bei 4,3 Prozent – in den Vereinigten Staaten sind es vergleichsweise rund 25 Prozent. Ein Grund für die geringe Umsatzsteigerung sieht der Börsenverein auch in den rückläufigen Preisen für E-Books.

          Wenig Verkaufsschlager: Der deutsche Buchhandel hat weiterhin mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen.
          Wenig Verkaufsschlager: Der deutsche Buchhandel hat weiterhin mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen. : Bild: Helmut Fricke

          Ebenfalls deutlich rückläufig war im vergangenen Jahr auch die Zahl der Neuerscheinungen. Die Erstauflagen der Verlage fielen um rund zehn Prozent auf knapp 74.000 Titel. Den größten Anteil am Umsatz unter den Warengruppen hat mit 32,4 Prozent weiterhin die Belletristik, zu der Romane und Krimis zählen.

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