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Farben im Märchen : Mein Liebster, warum ist dein Bart so blau?

Ihm würde man seine Tochter besser nicht anvertrauen: Blaubart, wie Markus Lefrancois ihn sieht. Bild: Foto Grimmwelt Kassel

Schneeweißchen und Rosenrot, Rotkäppchen, Goldmarie und Pechmarie: Was bedeuten Farben im Märchen? Eine Ausstellung in Kassels Grimmwelt sucht nach Antworten.

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          Eines der bekanntesten Märchen aus „Tausendundeine Nacht“ ist die Geschichte vom Fischer und dem Flaschengeist. Es berichtet vom Fund einer versiegelten Flasche im Meer, der ein Dämon entsteigt und seinen Befreier töten will – als Strafe dafür, dass der Fischer ihn nicht schon tausend Jahre früher aus seiner Gefangenschaft in der Flasche erlöst hat. Der Fischer überlistet ihn und bringt ihn dazu, noch einmal in die Flasche zu steigen, und verkorkt sie. Meist wird das Märchen mit diesem Triumph des Fischers über den Dschinn abgebrochen.

          Tilman Spreckelsen

          Redakteur im Feuilleton.

          Tatsächlich aber geht es noch lange weiter. Der Dschinn bringt den Fischer zu einem einsamen See, in dem Fische in vier verschiedenen Farben schwimmen. Auf Geheiß des Dämons fängt er je einen davon und bringt sie zum König, der sie braten lässt. Während die Fische in der Pfanne auf einer Seite schwarz werden, teilt sich plötzlich die Küchenwand. Eine schöne Frau kommt herein und fragt die Fische, ob sie noch an ihr Versprechen dächten. Die vier heben die Köpfe aus der Pfanne und bejahen das mit einem im Chor gesprochenen Vers. Dann wirft die Fremde die Pfanne um und verschwindet.

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