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: Was ist schwarz und stellt Fragen?

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Man muß heutzutage schon aufpassen, daß man sich nicht selber findet, wenn man doch gerade etwas ganz anderes gesucht hatte - ein Geschenk zum Beispiel. Seit Monaten liegt es in fast jedem guten Buchladen auf einem Stapel gleich neben der Kasse: ein schwarzes Büchlein, groß wie eine Postkarte, nicht besonders ...

          Man muß heutzutage schon aufpassen, daß man sich nicht selber findet, wenn man doch gerade etwas ganz anderes gesucht hatte - ein Geschenk zum Beispiel. Seit Monaten liegt es in fast jedem guten Buchladen auf einem Stapel gleich neben der Kasse: ein schwarzes Büchlein, groß wie eine Postkarte, nicht besonders dick und von einem so schönen matten Glanz, daß man sofort darüberstreichen möchte. Es heißt "Findet mich das Glück?", und allem Anschein nach entwickelt es sich gerade still und ganz von alleine zu einer Art Kultbuch für Menschen, die schon alles haben, nur etwas Glück, das könnten sie noch brauchen.

          Das Buch stammt vom Schweizer Künstlerduo Fischli und Weiss - das sind Peter Fischli, 54, und David Weiss, 48, die mit ihrer Arbeit "Fragen Projektion" im vergangenen Jahr an der Biennale in Venedig teilgenommen haben: In einem dunklen Raum stand ein kleines Bett, darüber wurden Fragen an die Wand projiziert: Verbummle ich mein Leben? Ist Hunger ein Gefühl? Steht der Wahnsinn vor der Tür? In Wellenlinien gesetzt, erschienen die Fragen, verblaßten wieder, neue tauchten auf - viele Rezensenten fühlten sich an Gedanken erinnert, die einem vor dem Einschlafen durch den Kopf gehen. Die Jury fand, damit hätten Fischli und Weiss das Motto der Biennale, "Träume und Konflikte", am besten umgesetzt und verlieh ihnen dafür den Goldenen Löwen.

          "Findet mich das Glück?", veröffentlicht Ende 2002, besteht aus denselben und noch mehr Fragen, die Fischli und Weiss über viele Jahre zusammengetragen und auf Karteikarten geschrieben haben, die darin faksimiliert sind. Fragen sind das, auf die es keine eindeutige Antwort gibt: Was denkt mein Hund?; Fragen, die sich jeder schon gestellt hat: Wo ist mein Schlüssel?; oder ganz praktische: Kann ich noch fahren? Etwa dreihundert insgesamt. Weiße Handschrift auf schwarzem Grund. Pro Seite zwei, manchmal auch nur eine. Ziemlich gekrickelt, oft ist etwas durchgestrichen. Das ist das ganze Buch.

          28 000 Mal hat es sich bislang verkauft. Für den kleinen Verlag, der es herausgibt - Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln - ein sensationeller Erfolg. Bißchen überraschend auch. Normalerweise verkaufen sie nämlich von ihren Kunstbüchern jeweils nur um die 1000 bis 1500 Stück. Warum sich ausgerechnet "Findet mich das Glück?" so gut verkauft, daß mittlerweile die fünfte deutsche und die zweite englische Auflage in Druck ist und, nach Italien, nun auch über eine Veröffentlichung in Japan nachgedacht wird - wahrscheinlich liegt es an mehreren Dingen.

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