https://www.faz.net/-gr3-ab75r

Buch „Recht auf Demenz“ : Ein Spagat zwischen Gelingen und Scheitern

  • -Aktualisiert am

Wenn der Alltag voller Hürden steckt: Solange man Demenz nicht heilen kann, müssen Betroffene und Angehörige lernen, mit der Krankheit zu leben. Bild: dpa

Perspektivenwechsel mit Chancen und Risiken: Der Gerontologe Thomas Klie wirbt dafür, Demenz als Herausforderung für eine sorgende Gesellschaft zu sehen.

          2 Min.

          Demenz ist für die meisten Menschen ein Schreckgespenst. Sie fürchten das Vergessen, den Verlust an Autonomie und sorgen sich um ihre Würde. Der Gerontologe und Rechtswissenschaftler Thomas Klie von der Evangelischen Hochschule in Freiburg plädiert in seinem Buch für ein anderes Verständnis. Er hebt hervor, mit der Krankheit lasse sich unter den richtigen Umständen gut leben. Dafür braucht es zuträgliche Rahmenbedingungen. Klie möchte, dass Demenz nicht als unendliche Leidensgeschichte gesehen wird, sondern als Herausforderung, die von einer sorgenden Gesellschaft gemeistert werden kann. Wenn man Demenz nicht heilen könne, müsse man lernen, damit zu leben.

          Klie skizziert, was seines Erachtens dafür notwendig ist. Er stützt sich dabei auf das Konzept des guten Lebens der amerikanischen Philosophin und Rechtswissenschaftlerin Martha Nussbaum, auf das Pflegekonzept des englischen Wissenschaftlers Mike Nolan und auf Überlegungen zum guten und gelingenden Leben im Alter des deutschen Gerontologen und Psychologen Andreas Kruse. Klie macht allerdings auch deutlich, dass die Coronavirus-Pandemie eine Zäsur darstellt. Die Schutzbedürftigkeit und der Schutz der Menschen mit Demenz seien in der Krise derart in den Vordergrund gerückt, dass andere Grundrechte wie etwa jenes auf soziale Teilhabe oft außer Acht gelassen worden seien.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Erinnerungen an Modeschöpfer : Meine Momente mit Karl

          Unser Autor hat Karl Lagerfeld, der vergangenen Dienstag gestorben ist, oft getroffen. Hier erinnert er sich an denkwürdige Begegnungen mit dem genialen Illusionskünstler.
          Hier ist Onkel Dagobert noch ein Bleichgesicht....

          Neue Donald-Duck-Edition : Das Ende von Bleichgesicht Dagobert

          Hört sich an wie nahes Donnergrollen: In der Taschenbuch-Edition der Donald-Duck-Comics von Carl Barks werden Indianer, Bleichgesichter und der liebe Gott gestrichen. Ein Gastbeitrag.