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Simone de Beauvoir : Sehnsucht, Verlangen und sexuelles Begehren

  • -Aktualisiert am

Élisabeth („Zaza“) Lacoin und Simone de Beauvoir, 1928 Bild: Association Élisabeth Lacoin / Éditions de l’Herne

Zwischen Verehrung, Sehnsucht und dem Mysterium sexuellen Begehrens: Nach fast siebzig Jahren erscheint mit dem Roman „Die Unzertrennlichen“ erstmals Simone de Beauvoirs Geschichte einer frühen Frauenliebe.

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          Simone de Beauvoir empfand ihre Tage auf Erden als ihr „Werk“. Sie schrieb darüber und amalgamierte Leben und Literatur. In fünf autobio­graphischen Bänden verwandelte sie – zwischen Kindheit („Memoiren einer Tochter aus gutem Hause“) und Alter („Die Zeremonie des Abschieds“) – zeitgeschichtlich eingebundene Erlebnisse in Erzählungen. Ihre Beziehung zu Jean-Paul Sartre, der „Pakt“ von 1929, in dem beide eine Liebeshierarchie schufen, die neben ihrer hohen Beziehung beiläufige Gespielinnen und Gespielen zuließ, ihr politisches Engagement an Sartres Seite, ihre (späte) Inthronisierung als Ikone der Frauen­bewegung haben Kulturgeschichte geschrieben. Simone de Beauvoir galt als mutige Frau. Doch zu den lesbischen Beziehungen, die sie, bevorzugt mit jüngeren Frauen, lebte, hat sie sich zeit­lebens nicht bekannt.

          1962: Eines Abends sitzt die französische Philosophin und Schriftstellerin in einem Restaurant des Pariser Quartier Latin einer scheuen jungen Frau gegenüber. Simone de Beauvoir ist ein Star von 54 Jahren; Sylvie Le Bon ist Studentin, 21 Jahre alt. Bald verbindet die beiden Frauen eine innige Beziehung. Nach Sartres Tod (1980) adoptierte Simone de Beauvoir ihre Lebenspartnerin, um dieser die Rechte am eigenen Werk zu sichern. Sylvie Le Bon wird Beauvoirs Tochter; eine Ehe mit der „Mutter-Geliebten“ wäre in den Achtzigerjahren nicht möglich gewesen. Nach Beauvoirs Tod (1986) kümmert sich Sylvie um den Nachlass. In der legendären „Bibliothèque de la Pléiade“ erscheint seitdem das autobiographische Werk; neben den Memoiren auch Briefe und Tagebücher.

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