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: Schöne Anlässe, um sich zum Schmökern zurückzuziehen

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Reisen in die Zukunft der Vergangenheit sind allemal vergnüglicher als diese Zukunft oder gar ihre Vergangenheit selbst. Der Begleitband einer Ausstellung in der Leibniz-Bibliothek zu Hannover versammelt von kundiger Hand und in schwebender Ironie literarische Alternativen zur besten der Welten. Diese wird noch besser gedacht vor allem durch technische Entwicklungen.

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          Reisen in die Zukunft der Vergangenheit sind allemal vergnüglicher als diese Zukunft oder gar ihre Vergangenheit selbst. Der Begleitband einer Ausstellung in der Leibniz-Bibliothek zu Hannover versammelt von kundiger Hand und in schwebender Ironie literarische Alternativen zur besten der Welten. Diese wird noch besser gedacht vor allem durch technische Entwicklungen. Oft, wie bei der Telefonie, war beim Schreiben schon der Keim zu sehen, der dann nur weiter ausgesponnen wird: "Unsre Phonographzeitung wird das Blatt der Zukunft sein", heißt es 1889 bei Jules Verne. Doch der Direktor der Leibniz-Bibliothek fördert auch unbekannte Autoren aus dem Archiv. Seien es Wissenschaftler wie jener Professor Everard Hustler, der 1910 Radium anstelle von Lampen sieht oder Phantasten wie Freder Holk, der 1954 mit künstlichen Sonnen das Grönland-Eis auftauen möchte, um neuen Lebensraum zu schaffen. 1987 sah er das zu einer Realität werden, die uns heute eher schreckt. Mit besonderer Leidenschaft widmen sich die literarischen Futurologen der Fortbewegung, die sich im Zeitalter der Pferdekutsche zunächst im Ballon in die Lüfte erhebt, um, als erste Autos durch die Chausseen staubten, ins Flugzeug oder gleich in die Rakete umzusteigen. Die fast immer von männlichen Autoren erdachten Szenarien haben weniger etwas vom Blochschen "Träumen nach vorne", sondern lassen eher in zur Unzeit pubertierende Köpfe blicken, die Technik allmächtig machen soll. Ein lehrreich-unterhaltsames Werk, das - darin allen Prognosen ähnlich - einen scharfen Blick vor allem auf die Gegenwart richtet. (sci.)

          Nachdem Martin Luther Papst geworden war und die Alliierten den Zweiten Weltkrieg verloren hatten. Von Georg Ruppelt. Wehrhahn Verlag, Hannover, 304 Seiten, 19,80 Euro

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          Die Geschichte des größten Kleinstwagens aller Zeiten begann vor 50 Jahren: 1957 erhielt der britische Automobilkonstrukteur Alex Issigonis von der British Motor Company (BMC) den Auftrag, einen neuartigen Kleinwagen zu entwickeln. Für BMC-Chef Sir Leonard Lord drängte die Zeit - er wollte den Kleinwagen kontinentaleuropäischer Automarken Paroli bieten. Der geniale, aber eigenbrötlerische Issigonis warf alte Konzepte für Kleinautomobile über Bord und entwickelte eine kompakte Limousine mit quer eingebautem Frontmotor, Vorderradantrieb und Getriebe unterhalb des Motors. Aus dem Projekt XC9003 entstand schließlich der Mini, der von 1959 bis 2000 fast unverändert gebaut wurde. Graham Robson hat zum 50. Geburtstag der Idee die Mini-Geschichte aufgeschrieben. Aktuelle Studiofotografien ergänzen Text und historisches Bildmaterial. (pts.)

          Mini. Eine Hommage an die Kleinwagen-Legende. Von Graham Robson. Heel Verlag, Königswinter, 160 Seiten mit zahlreichen Illustrationen, 35 Euro.

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