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Nach dem Anthropozän : Wie sieht die nächste Epoche aus?

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Evokation einer Lebensgemeinschaft durch kollektive Handarbeit: das gehäkelte Korallenriff von Föhr, entstanden im Rahmen des Projekts „The Hyperbolic Crochet Coral Reef“. Bild: Picture-Alliance

Phantastische Vermischungen: Die Wissenschaftsforscherin Donna Haraway entwirft eine Zukunft im Chthuluzän, in der die Grenzen zwischen Menschen und anderen Arten durchlässig werden.

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          Die Gegenwartsdiagnose der amerikanischen Wissenschafts- und Geschlechterforscherin Donna Haraway ist düster: Wir leben in einer Epoche von Umweltverschmutzung, Ausrottung von Tierarten, Klimawandel, sozialer Desintegration, Kriegen und beängstigendem Bevölkerungswachstum, in einer Zeit „voller Geflüchteter, menschlicher und nicht-menschlicher, ohne Zuflucht“. Die Historiker der Zukunft könnten unsere Zeit die „Zeit des großen Zauderns“ nennen, meint Haraway. Doch wenn wir es jetzt richtig machen, können sie vielleicht auch berichten, dass das Anthropozän eine Übergangszeit zu einer weniger dunklen Epoche war. Mit ihrem Aufruf zu mehr Unruhe will Haraway diesen Übergang befördern.

          Ihr neues Buch hat nicht einen roten Faden, es hat ein ganzes Netz davon, denn die Autorin hat sich das Fadenspiel als Strukturmuster genommen. Wie geschickte Spieler aus einem Faden zwischen ihren Fingern komplizierte und gerne auch figürliche Netze entstehen lassen, spinnt Haraway ein Netz aus Geschichte und Gegenwart, Erfahrung und Reflexion: eigener Gedanken und auch jener zahlreicher Mitstreiterinnen aus Wissenschaft und vor allem auch aus „SF“ – was zugleich für Science Fiction, Spekulative Fabulation, Spiele mit Fadenfiguren (string figures), Spekulativer Feminismus, Science Fact und auch bloß für „so far“ stehen könne, also irgendwie für alles.

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