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Poliakovs Studie über die Shoa : Wettbewerb im Massenmord

  • -Aktualisiert am

Die Verfolgung und Ermordung der Juden waren aus Poliakovs Sicht ein Ereignis, das die gesamte deutsche Gesellschaft betraf: jüdisches Ehepaar 1942 im Warschauer Ghetto. Bild: picture alliance / Photo12/Ann Ronan Picture Library

Nach siebzig Jahren: Das epochale Buch über die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden des französischen Historikers Leon Poliakov erscheint nun auch auf Deutsch. Doch warum dauerte das so lange?

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          In einer Zeit, in der um eine neue Perspektivierung des Holocaust gestritten wird, ist es gut, daran erinnert zu werden, wie viele Jahrzehnte es brauchte, bis der nationalsozialistische Völkermord an den europäischen Juden überhaupt als singuläres Ereignis und als zentrales Ereignis der deutschen und europäischen Geschichte im zwanzigsten Jahrhundert erkannt wurde. Zunächst galt er, der etwa in Nürnberg nicht als ein einzelner Anklagepunkt aufgeführt worden war, als eines von vielen Kriegsverbrechen und als eine unter anderen Mordaktionen an Minderheiten innerhalb der NS-Vernichtungspolitik.

          Dem französischen Historiker Léon Poliakov (1910 bis 1997) kommt das Verdienst zu, nur sechs Jahre nach dem Ende des „Dritten Reiches“ erstmals eine ganz Europa und das gesamte Verfolgungsgeschehen umfassende Darstellung vorgelegt zu haben, in deren Mittelpunkt allein die Entrechtung und Ermordung der europäischen Juden stand. Erst jetzt erscheint eine deutsche Übersetzung dieses Buchs, das im Original unter dem Titel „Bréviaire de la haine. Le IIIe Reich et les Juifs“ 1951 in Paris erschien und wenige Jahre darauf als „Harvest of Hate“ auch in englischer Sprache veröffentlicht wurde. Es folgten Übersetzungen ins Italienische und Spanische.

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