https://www.faz.net/-gr3-wiar

: Opferfiguren aller Art

  • Aktualisiert am

Das frühe Christentum brachte die Märtyrer hervor: Glaubenszeugen durch ihr Sterben. Der Tod, der andere verpflichtet oder verpflichten soll, ist aber eine weder auf das Christentum noch auf das Terrain der Religion beschränkte Vorstellung. Fast alle als Opfer dekretierten oder in Anspruch genommenen Todesfälle ...

          1 Min.

          Das frühe Christentum brachte die Märtyrer hervor: Glaubenszeugen durch ihr Sterben. Der Tod, der andere verpflichtet oder verpflichten soll, ist aber eine weder auf das Christentum noch auf das Terrain der Religion beschränkte Vorstellung. Fast alle als Opfer dekretierten oder in Anspruch genommenen Todesfälle können zu Beispielen von "Martyrien" werden, selbst wenn man darauf dringen möchte, zumindest jene nicht als Märtyrer durchgehen zu lassen, die beim Massakrieren anderer Menschen ihr Leben lassen. Gerade vom Phänomen der als Märtyrer inszenierten Selbstmordattentäter nimmt jedoch ein Sammelband seinen Ausgang, der Opferfiguren aller Art von der Antike bis zur Gegenwart behandelt. Er trägt den Titel "Märtyrer-Porträts", korrigiert ihn aber gleich durch den Hinweis auf Opfertod, Blutzeugen und heilige Krieger im Untertitel ins Allgemeine. Eine thematische Kontur ergibt das nicht, dafür ein weites Feld, auf dem neben den frühchristlichen und im engeren Sinn religiösen Blutzeugen viele andere Figuren untergebracht werden können: Lucretia, der Teufel, Emilia Galotti, Pasolini, Claire Démar, Marina Abramovic, Kafkas Hungerkünstler, Jan Palach oder Ignaz Semmelweis. Das ist nur eine kleine Auswahl aus insgesamt zweiundfünfzig "Porträts", die manchmal auch Orte, Ereignisse und Typen darstellen. Die Stücke sind kurz, drei bis vier Seiten, und werden ergänzt durch knapp gehaltene Literaturangaben. Erwartbares und Überraschendes liegen da oft nah beieinander, und Funde lassen sich machen, wie immer man auch blätternd den Lektüreparcours wählt. (Sigrid Weigel: "Märtyrer-Porträts". Von Opfertod, Blutzeugen und heiligen Kriegern. Wilhelm Fink Verlag, München 2007. 319 S., Abb., geb., 29,90 [Euro].) hmay

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kompatibel oder zu verschieden? Grünen- und FDP-Wahlplakate werden in Köln abgehängt.

          Koalitions-Vorsondierungen : So können Grüne und FDP regieren

          Die FDP ist für freie Fahrt auf Autobahnen, gegen Steuererhöhungen und für eine Beibehaltung des Krankenversicherungssystems. Die Grünen vertreten das Gegenteil. Was steckt hinter der Phantasie für ein „progressives Bündnis“?
          Rot, Gelb und Grün in Berlin – die Ampel scheint die beliebteste Koalition zu sein.

          Liveblog Bundestagswahl : Mehrheit laut Umfrage für Ampelkoalition

          Erste Rücktrittsforderungen an Laschet +++ Union bereit für Jamaika +++ Habeck und Baerbock wollen Verhandlungen gemeinsam führen +++ CDU-Generalsekretär verspricht „brutal offene“ Wahlanalyse +++ Alle Entwicklungen zur Bundestagswahl im Liveblog.
          Armin Laschet und CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag in Berlin

          Laschet und die Union : Der Kandidat, der enttäuschte

          Nach dem enttäuschenden Wahlergebnis muss der CDU-Vorsitzende Armin Laschet die Parteifreunde besänftigen. Vom zweiten Platz aus versucht die Union, eine Regierungsperspektive zu behalten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.