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: Lesen nimmt Gestalt an

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Fünf Neuerscheinungen zeigen, wie Fotografen, Designer, Soziologen und Modemacher die Welt des schönen Scheins sehen - jedenfalls nicht immer rosarot. Immer am Auslöser.Arthur Elgort gehört zu den Modefotografen, die ungern ihre Shootings planen. Die Art-Direktoren der Magazine geben ihm eine Idee vor, aber die Szenerie überläßt er am liebsten dem Zufall.

          Fünf Neuerscheinungen zeigen, wie Fotografen, Designer, Soziologen und Modemacher die Welt des schönen Scheins sehen - jedenfalls nicht immer rosarot. Immer am Auslöser.

          Arthur Elgort gehört zu den Modefotografen, die ungern ihre Shootings planen. Die Art-Direktoren der Magazine geben ihm eine Idee vor, aber die Szenerie überläßt er am liebsten dem Zufall. Zum Beispiel folgende: Christy Turlington steht für Modeaufnahmen vor einem Pariser Hotel, japanische Touristen kommen vorbei und bitten darum, sie fotografieren zu dürfen. Ein gefundenes Fressen für Elgort - er hält drauf, und es gelingt ihm eine Aufnahme im Grenzbereich: Sie wirkt spontan und inszeniert zugleich, eine Mischung aus Reportage- und Modefotografie. Die meisten Fotos macht er beim Warten. "Meine Bilder reflektieren alles, was um mich herum passiert", sagt er selber. Mindestens eine Kamera hat er immer dabei, manchmal auch seine alten Plattenkameras. In dem Bildband "Camera Crazy" stehen denn auch "seine Freunde" im Mittelpunkt: die Fotoapparate. Zu sehen sind Menschen mit Kameras - beim Fotografieren: sein Sohn, wie der Nadja Auermann fotografiert, Pierce Brosnan, wie er sich selbst fotografiert, René Zellweger, wie sie von Paparazzi fotografiert wird. Und in jedem Bild ist der Spaß zu erkennen, den es Elgort macht, anderen bei der Arbeit zuzusehen.

          ipp.

          Arthur Elgort: "Camera Crazy", Steidl Verlag, 30 Euro.

          Der Abgedrehte.

          Eine Amerikanerin in Paris, Teil II - die allerletzte Folge von "Sex and the City": Carrie Bradshaw trifft die Ex ihres Geliebten Alexandr Petrovsky in einem Pariser Restaurant. Hübsch hier, sagt die New Yorkerin. Ach wirklich? antwortet die Französin Juliet. Das Restaurant sei doch längst nicht mehr das, was es mal war. "Und die Stühle sind ja wohl scheußlich." Ob die Pariserin weiß, worauf sie eigentlich sitzt? Auf "Louis Ghost", einem stapelbaren Stuhl aus durchsichtigem Spritzguß-Polycarbonat, der Arbeit eines Landsmanns, der vielen als abgedreht, anderen nur als eigenwillig gilt. Daß seine Entwürfe immer wieder unpraktisch, unbequem, unschön sind, hat Philippe Starck noch nie gestört: Er verkauft alles - massenhaft. Jeder kann sich einen echten (und durchaus auch guten) Starck leisten. Und das schon zu Zeiten, als ein Karl Lagerfeld für die meisten noch unerschwinglich war. Ganz und gar abgedreht präsentiert sich Starck auch auf dem Titel seines neuesten Bilderbuchs: Der Betrachter blickt auf die stolz geschwellte Brust und auf den Hinterkopf des Meisters. Auf 576 Seiten wurde zusammengetragen, was Starck in dreißig Jahren geschaffen hat. Er selbst ist dutzendfach zu sehen, dazu seine drei Frauen, seine Kinder, seine Freunde. Nur wer genau wer und was genau was ist, wird selten bis gar nicht erklärt. Es fehlen aber auch genaue Preisangaben. So wurde aus dem Buch kein Verkaufskatalog - was Starck vielleicht ein wenig bedauert haben könnte.

          pps.

          Philippe Starck: "Starck". Hrsg. von Simone Philippi, Taschen Verlag, 29,99 Euro.

          Die Mode - nichtig und banal.

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