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: Kopf ab zum Gedicht

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Die Liebe des preußischen Kronprinzen Friedrich zum preußischen Offizier Hans Hermann von Katte ist legendär. Als Friedrich im Sommer 1730 dem gnadenlosen Drill seines Vaters zu entfliehen suchte, ließ der Soldatenkönig Katte vor den Augen seines Sohnes hinrichten. In Heiner Müllers "Greuelmärchen" von ...

          Die Liebe des preußischen Kronprinzen Friedrich zum preußischen Offizier Hans Hermann von Katte ist legendär. Als Friedrich im Sommer 1730 dem gnadenlosen Drill seines Vaters zu entfliehen suchte, ließ der Soldatenkönig Katte vor den Augen seines Sohnes hinrichten. In Heiner Müllers "Greuelmärchen" von 1976 kommentiert Friedrich Wilhelm seine drastische Erziehungsmaßnahme mit dem kargen Wort: "Das war Katte", und Friedrich antwortet: "Sire, das war ich." Prägnanter lassen sich Preußens Tragödie und der Keim für den Reformwillen Friedrichs des Großen kaum fassen. Der wahre Kern aber steckt in historischen Rechtsdokumenten. Mit der "Preußischen Kriminalchronik" setzt der kleine Kirchschlager Verlag jetzt eine verdienstvolle Reihe juristischer Fallgeschichten aus verschiedenen Regionen fort. Hier wird mit verstreuten Zeitungsartikeln, Flugschriften, Chroniken und Rechtsakten das Rohmaterial zusammengetragen, aus dem viele Kriminalautoren ihre Stoffe bezogen. Schiller, der eine Übersetzung der berühmten Rechtsfälle von Pitaval mit einem Vorwort versah, empfahl ausdrücklich weitere Sammlungen solcher Geschichten aus ganz Europa. Jetzt wird dem systematisch Genüge getan. ("Preußische Kriminalchronik hingerichteter Verbrecher". Nach alten Kriminalakten und Selbstzeugnissen erzählt, herausgegeben und bearbeitet von Michael Kirchschlager. Verlag Kirchschlager, Arnstadt 2008. 208 S., geb., 19,90 [Euro].) kos

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